Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen

RBr Florian Sander
FHöV NRW - Profil

Sander, Florian

Lehre

Fachbereich
Allgemeine Verwaltung / Rentenversicherung

Fachgruppe
Sozialwissenschaften

Fächer
  • Soziologie
  • Politikwissenschaft

Publikationen

(Zeitschriften-) Aufsätze


  • Sander, Florian (2019). Aktives Zuhören als doppelte Beobachtung zweiter Ordnung. Eine systemische Perspektive auf ein anspruchsvolles Unterfangen. Working Paper, 06/2019.

    Das sogenannte Aktive Zuhören ist eine Gesprächstechnik, die in der Psychotherapie (insbesondere Gesprächstherapie) ebenso Anwendung findet wie etwa auch in der polizeilichen Krisenkommunikation, etwa zur Deeskalation, beim Umgang mit psychisch Kranken oder beim Gespräch mit Suizidenten. Sie geht primär zurück auf den US-Psychotherapeuten Carl Rogers (1985) und dient dem Ziel, Vertrauen aufzubauen, die Kommunikation zu präzisieren und zu reflektieren, sie gewissermaßen „in positive Bahnen zu lenken“ und dadurch konstruktiv zu machen, wodurch im Idealfall die Grundlage für eine problemlösende Haltung geschaffen werden kann. Die Anforderungen an den aktiv Zuhörenden sind vielfältig. Aus klinisch-soziologischer Sicht ergibt sich daraus nun die Frage: Was passiert da bei den Beteiligten eigentlich genau? Welche Herausforderungen ergeben sich? Was passiert dabei mit den beteiligten psychischen Systemen? Ein systemischer Blick könnte hier gewinnbringend sein.

  • Sander, Florian (2017). Soziale System-Grenzen und System-Ebenen als Tellerränder? Beobachtung zweiter Ordnung und Interdisziplinarität als (post-)moderne Theorie-Standards. BGHS Working Paper Series; 1. Bielefeld: Bielefeld Graduate School in History an

    Der Beitrag widmet sich der Frage nach Standards für die soziologische Theorie aus systemtheoretischer Perspektive. Es wird die Auffassung vertreten, dass weite Teile der Sozialwissenschaften noch immer ein unbefriedigendes theoretisches Einzelkämpferdasein führen, welches aus zwei maßgeblichen Faktoren herrührt: Zum einen aus einem Selbstverständnis vieler sozialwissenschaftlicher Theorien und Ansätze heraus, welches der mal mehr, mal weniger reflektierten und bewussten Selbstzuordnung zu anderen gesellschaftlichen Funktionssystemen als der Wissenschaft entspringt. Zum anderen aus einer noch immer fehlenden Interdisziplinarität heraus, im Zuge derer der jeweilige Beobachtungsgegenstand der (soziologischen Unter-)Disziplin nicht nur aus einem anderen als dem Wissenschaftssystem heraus beobachtet wird, sondern die (auch) dazu führt, dass dieser in einem reflexhaften Automatismus einer jeweils bestimmten, mit der betreffenden (soziologischen Unter-)Disziplin assoziierten System-Ebene zugeordnet wird, ohne darüber hinaus zu denken. Dieser in dem Beitrag am Beispiel der Extremismus- und Terrorismus-Forschung gezeigte Vorgang führt zu dem Zwischenfazit, dass Teile der Soziologie die Vorteile ihres wesentlichen Alleinstellungsmerkmals – nämlich der Vielfalt nicht nur von Beobachtungsgegenständen, sondern auch von Beobachtungsebenen – bislang nicht zur Kenntnis nehmen. Dieses lässt sich, so die abschließende Konklusion, nur mit einem theoretischen Zugang korrigieren, der Interdisziplinarität und vor allem Beobachtung zweiter Ordnung zur Grundlage hat.

Buchbeiträge


  • Sander, Florian (2017). System-Ebenen klären, Komplexitätsreduktion vermeiden - Voraussetzungen für einen inklusiven Leistungsbegriff aus systemtheoretischer Sicht. In: Birgit Lütje-Klose et al. (Hrsg.), Leistung inklusive? Inklusion in der Leistungsgese

    Dieser Beitrag widmet sich den Herausforderungen, die sich bei der Konzeptualisierung eines inklusiven Leistungsbegriffs ergeben, aus der Perspektive der soziologischen Systemtheorie. Dabei wird erstens die Position vertreten, dass die Diagnose einer vermeintlichen „Leistungsgesellschaft“ weder haltbar noch zielführend ist, sondern dass es vielmehr darum gehen sollte, den Leistungsbegriff in seiner gesamtgesellschaftlichen Komplexität zu erfassen. Zweitens wird argumentiert, dass dies nur gelingen kann, wenn geklärt wird, welche soziale System-Ebene das Inklusionsparadigma eigentlich adressiert. Dabei wird vor allem auch die Bedeutung hervorgehoben, die die Binnendifferenzierung des Erziehungssystems für die Ausarbeitung eines inklusiven Leistungsbegriffes innehat.