Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen

RBr Florian Sander
FHöV NRW - Profil

Sander, Florian

Lehre

Fachbereich
Allgemeine Verwaltung / Rentenversicherung

Fachgruppe
Sozialwissenschaften

Fächer
  • Soziologie
  • Politikwissenschaft

Publikationen

(Zeitschriften-) Aufsätze


  • Sander, Florian (2018). Der globalistische Grundkonsens. Der liberale Kampf gegen kollektive Identitäten und die Herausforderung einer gesellschaftlichen Antwort. In: Rubikon, 09.02.2018. https://www.rubikon.news/artikel/der-globalistische-grundkonsens

    Wer das gegenwärtige politische Spektrum in Deutschland und Europa einer reflektierten Beobachtung unterzieht, wird feststellen, dass sich jene politischen Kräfte, welche dem Neoliberalismus zuzuordnen sind, auch in einem anderen Punkt weitestgehend einig sind: Sie befürworten eine schleichende Entmachtung des Nationalstaates zugunsten globaler Akteure. Stets begleitet wird dieser globalistische Grundkonsens durch eine scheinbar „kosmopolitisch-weltbürgerliche“, progressive Rhetorik, die alle Gegner dieser Position zu rückwärtsgewandten Nationalisten stempelt. All dies ist jedoch keineswegs nur eine pragmatische neoliberale Strategie, sondern wohnt dem Liberalismus als solchem seit jeher als ein ideologischer Kern inne.

  • Sander, Florian (2018). Die Kinder fraßen ihre Revolution. Die nationalrevolutionären Wurzeln der 68er - und was davon übrig blieb. In: Arcadi, 31.12.2018. https://arcadimagazin.de/die-kinder-frassen-ihre-revolution/

    Die legendäre 68er Studentenbewegung hat dieses Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum gefeiert, was in einer Vielzahl von erinnernden, mal befürwortenden, mal ablehnenden Artikeln und anderen medialen Beiträgen mündete. Leider ist, so muss man kritisch konstatieren, längst nicht jede konservative Auseinandersetzung mit den 68ern differenziert. Zumeist gilt die Studentenbewegung und deren Folgen, wie vor allem der vermeintliche „Marsch durch die Institutionen“ seitens der von 1968 geprägten akademischen Eliten, als eine Art Grundübel, welches die heutige Schieflage eines globalistischen, entgrenzenden und multikulturellen Linksliberalismus überhaupt erst derart produziert und vor allem als gesellschaftlichen Konsens etabliert habe. Doch stimmt diese Diagnose? Bei genauerer Betrachtung, im Rahmen derer man sich sowohl Erkenntnisse der Geschichtswissenschaft und der soziologischen Protest- und Bewegungsforschung als auch Positionierungen der Akteure von damals selbst zu Gemüte führt, wird man feststellen, dass die Sache so einfach nicht ist. Vielmehr lässt sich feststellen, dass der „harte Kern“ der Außerparlamentarischen Opposition (APO) und des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS), welche die 68er Bewegung maßgeblich trugen, in weiten Teilen von einem Denken geprägt war, das mit dem heutigen antinationalen Linksliberalismus nur sehr wenig zu tun hatte, sondern tatsächlich als „nationalrevolutionär“ im weiteren Sinne beschrieben werden kann.

  • Sander, Florian (2017). Soziale System-Grenzen und System-Ebenen als Tellerränder? Beobachtung zweiter Ordnung und Interdisziplinarität als (post-)moderne Theorie-Standards. BGHS Working Paper Series; 1. Bielefeld: Bielefeld Graduate School in History an

    Der Beitrag widmet sich der Frage nach Standards für die soziologische Theorie aus systemtheoretischer Perspektive. Es wird die Auffassung vertreten, dass weite Teile der Sozialwissenschaften noch immer ein unbefriedigendes theoretisches Einzelkämpferdasein führen, welches aus zwei maßgeblichen Faktoren herrührt: Zum einen aus einem Selbstverständnis vieler sozialwissenschaftlicher Theorien und Ansätze heraus, welches der mal mehr, mal weniger reflektierten und bewussten Selbstzuordnung zu anderen gesellschaftlichen Funktionssystemen als der Wissenschaft entspringt. Zum anderen aus einer noch immer fehlenden Interdisziplinarität heraus, im Zuge derer der jeweilige Beobachtungsgegenstand der (soziologischen Unter-)Disziplin nicht nur aus einem anderen als dem Wissenschaftssystem heraus beobachtet wird, sondern die (auch) dazu führt, dass dieser in einem reflexhaften Automatismus einer jeweils bestimmten, mit der betreffenden (soziologischen Unter-)Disziplin assoziierten System-Ebene zugeordnet wird, ohne darüber hinaus zu denken. Dieser in dem Beitrag am Beispiel der Extremismus- und Terrorismus-Forschung gezeigte Vorgang führt zu dem Zwischenfazit, dass Teile der Soziologie die Vorteile ihres wesentlichen Alleinstellungsmerkmals – nämlich der Vielfalt nicht nur von Beobachtungsgegenständen, sondern auch von Beobachtungsebenen – bislang nicht zur Kenntnis nehmen. Dieses lässt sich, so die abschließende Konklusion, nur mit einem theoretischen Zugang korrigieren, der Interdisziplinarität und vor allem Beobachtung zweiter Ordnung zur Grundlage hat.

Buchbeiträge


  • Sander, Florian (2017). System-Ebenen klären, Komplexitätsreduktion vermeiden - Voraussetzungen für einen inklusiven Leistungsbegriff aus systemtheoretischer Sicht. In: Birgit Lütje-Klose et al. (Hrsg.), Leistung inklusive? Inklusion in der Leistungsgese

    Dieser Beitrag widmet sich den Herausforderungen, die sich bei der Konzeptualisierung eines inklusiven Leistungsbegriffs ergeben, aus der Perspektive der soziologischen Systemtheorie. Dabei wird erstens die Position vertreten, dass die Diagnose einer vermeintlichen „Leistungsgesellschaft“ weder haltbar noch zielführend ist, sondern dass es vielmehr darum gehen sollte, den Leistungsbegriff in seiner gesamtgesellschaftlichen Komplexität zu erfassen. Zweitens wird argumentiert, dass dies nur gelingen kann, wenn geklärt wird, welche soziale System-Ebene das Inklusionsparadigma eigentlich adressiert. Dabei wird vor allem auch die Bedeutung hervorgehoben, die die Binnendifferenzierung des Erziehungssystems für die Ausarbeitung eines inklusiven Leistungsbegriffes innehat.