Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen

Prof. Dr. Thomas Naplava
FHöV NRW - Profil

Naplava, Thomas

Lehre

Fachbereich
Polizei

Fachgruppe
Sozialwissenschaften

Fächer
  • Soziologie
  • Politikwissenschaft

Forschung

Projekte

  • Die deeskalierende Wirkung von Bodycams im Wachdienst der Polizei Nordrhein-Westfalen (01.05.2017-30.05.2019 )

    Vor dem Hintergrund der politischen Diskussion um steigende Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte (PVD) wird die Hypothese diskutiert, dass offene Audio- und Videoaufzeichnungen durch PVB eine deeskalierende Wirkung entfalten und Gewaltdelikte gegen PVB reduzieren können. Theoretisch kann dies sowohl durch höhere subjektive Sanktionswahrscheinlichkeiten als auch dadurch begründet werden, dass sich Personen dann eher gemäß ihren (normkonformen) Werten und Überzeugungen verhalten,...

    Erstellt am: 03.05.2018 11:1 Zuletzt bearbeitet am: 16.08.2018 11:1
    Die deeskalierende Wirkung von Bodycams im Wachdienst der Polizei Nordrhein-Westfalen

    Projektzeitraum: 01.05.2017 - 30.05.2019
    Auftragsforschung aktuell laufend

    Vor dem Hintergrund der politischen Diskussion um steigende Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte (PVD) wird die Hypothese diskutiert, dass offene Audio- und Videoaufzeichnungen durch PVB eine deeskalierende Wirkung entfalten und Gewaltdelikte gegen PVB reduzieren können. Theoretisch kann dies sowohl durch höhere subjektive Sanktionswahrscheinlichkeiten als auch dadurch begründet werden, dass sich Personen dann eher gemäß ihren (normkonformen) Werten und Überzeugungen verhalten, wenn sie ihr Verhalten vor Augen gehalten oder widergespiegelt bekommen. Die präventive und deeskalierende Wirkung sichtbar am Körper getragener Aufzeichnungsgeräte (Bodycams) auf Adressaten polizeilicher Maßnahmen im Wachdienst der Polizei ist insbesondere im deutschen Sprachraum bisher noch nicht in dem Umfang erforscht, als dass belastbare Erkenntnisse für polizeirechtliche, polizeistrategische und polizeitaktische Entscheidungen vorliegen. Dies gilt insbesondere für alltägliche Einsatzsituationen, z.B. im häuslichen Bereich.

    Mit der Einführung des § 15c in das Polizeigesetz NRW wurde die erforderliche Rechtsgrundlage im Land NRW für den offenen Einsatz von Bodycams sowohl im öffentlichen Raum als auch in privaten Räumen geschaffen. Die Auswirkungen dieser Vorschrift und die praktische Anwendung sollen gem. § 15c PolG NRW bis zum 30.06.2019 durch die Landesregierung unter Mitwirkung einer oder eines unabhängigen sozialwissenschaftlichen Sachverständigen und einer oder eines polizeiwissenschaftlichen Sachverständigen im Rahmen einer Wirkungsanalyse geprüft werden. Zur Beantwortung der Forschungsfragen kommen verschiedene Methoden zum Einsatz. Für den kausalen Nachweis der deeskalierenden Wirkung wurde u.a. ein randomisiertes Verfahren entwickelt und eingesetzt, das es ermöglicht, die Straftaten zum Nachteil von PVB zwischen der Kontroll- (Dienstschichten ohne Einsatz von Bodycams) und der Experimentalgruppe (Dienstschichten mit Einsatz von Bodycams) zu vergleichen. Daneben werden die Einstellungen und Erfahrungen der beteiligten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten im Projektverlauf mehrfach mittels quantitativer und qualitativer Befragungen erhoben. Bürgerbeschwerden und die durch den Einsatz der Bodycam entstandenen Aufnahmen werden quantitativ und qualitativ ausgewertet.

    Externes Projekt

    Linktext Forscher/innen
    Datei:
  • Blitz-Marathon (01.09.2012-31.08.2013 )

    Landesweit abgestimmtes Projekt zur Erforschung der Bekanntheit und Akzeptanz des "Blitz-Marathons" in NRW. Die Beteiligung aller Studienorte zur flächendeckenden Erfassung des gesamten Bundeslandes wurde durch Seminarangebote im FM 3 des EJ 2011 in allen Studienorten gewährleistet. Die Ergebnisse wurden örtlich ausgewertet und anschließend überregional zusammengeführt. Link zu Berichten: Abschlussbericht, veröffentlicht auf der Homepage der FHöV NRW

    Erstellt am: 14.06.2018 10:1
    Blitz-Marathon

    Projektzeitraum: 01.09.2012 - 31.08.2013
    Forschungszentrum Polizei-und Kriminalwissenschaften (IPK) abgeschlossen

    Landesweit abgestimmtes Projekt zur Erforschung der Bekanntheit und Akzeptanz des "Blitz-Marathons" in NRW.

    Die Beteiligung aller Studienorte zur flächendeckenden Erfassung des gesamten Bundeslandes wurde durch Seminarangebote im FM 3 des EJ 2011 in allen Studienorten gewährleistet.

    Die Ergebnisse wurden örtlich ausgewertet und anschließend überregional zusammengeführt.

     

    Link zu Berichten:

    Abschlussbericht, veröffentlicht auf der Homepage der FHöV NRW

    Forscher/innen

Curriculum Vitae

seit 2012Professor für Soziologie und Politikwissenschaft an der FHöV NRW
2007-2012Lehrbeauftragter am Institut für Kriminologie der Universität zu Köln
2006Promotion an der Universität Bielefeld zum Thema Jugenddelinquenz im interethnischen Vergleich
2003-2012wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter der Kriminalistisch-Kriminologischen Forschungsstelle am Landeskriminalamt NRW
2000-2003wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht
1998-2000wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Pflegewissenschaft (Universität Bielefeld)
1992-1998Studium der Soziologie in Bonn und Bielefeld

Publikationen

Buchbeiträge


  • Naplava, T. (2018): Jugendliche Intensiv- und Mehrfachtäter. S. 337-356, in: Dollinger, B. & Schmidt-Semisch, H. (Hrsg.), Handbuch Jugendkriminalität. Interdisziplinäre Perspektiven. 3. Auflage. Wiesbaden: Springer VS.
  • Naplava, T. (2018): Jugenddelinquenz im interethnischen Vergleich. S. 317-336, in: Dollinger, B. & Schmidt-Semisch, H. (Hrsg.), Handbuch Jugendkriminalität. Interdisziplinäre Perspektiven. 3. Auflage. Wiesbaden: Springer VS.
  • Naplava, T. (2015): Soziologische Fragen zu Polizei und Gewalt. S. 150-167, in: Frevel, B. (Hrsg.), Polizei in Staat und Gesellschaft. Politikwissenschaftliche und soziologische Grundzüge. Hilden: Verlag Deutsche Polizeiliteratur.
  • Naplava, T. & Kania, H. (2014): Der "Praxisworkshop Kriminologische Forschung". S. 141-166, in: Neubacher, F. & Kubink, M. (Hrsg.), Gedächtnisschrift für Michael Walter. Berlin: Duncker & Humblot.
  • Naplava, T. (2010): Jugenddelinquenz im interethnischen Vergleich. S. 229-240, in: Dollinger, B. & Schmidt-Semisch, H. (Hrsg.), Handbuch Jugendkriminalität. Wiesbaden: Springer VS.
  • Naplava, T. (2010): Jugendliche Intensiv- und Mehrfachtäter. S. 293-306, in: Dollinger, B. & Schmidt-Semisch, H. (Hrsg.), Handbuch Jugendkriminalität. Wiesbaden: Springer VS.
  • Naplava, T. (2008): Jugendliche Intensivtäter als Kriminalitätsproblem und Problemkonstruktion. S. 193-214, in: Groenemeyer, A. & Wieseler, S. (Hrsg.), Soziologie sozialer Probleme und sozialer Kontrolle. Wiesbaden: Springer VS.

Bücher/Monographien


  • Kersting, S., Naplava, T., Reutemann, M., & Scheer-Vesper, C. (2017): Die deeskalierende Wirkung von Bodycams im Wachdienst der Polizei Nordrhein-Westfalen: Zwischenbericht. Gelsenkirchen: Institut für Polizei- und Kriminalwissenschaft der FHöV NRW.
  • Naplava, T., Kersting, S., Krahwinkel, F. (2012): Ländervergleichende Analyse von Aufklärungsquoten. Düsseldorf: Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen.
  • Naplava, T. & Kania, H. (2009): Sicherheit und Lebenszufriedenheit in Kölner Stadtteilen. Eine repräsentative Befragung in Köln. Köln: Universität zu Köln.
  • Naplava, T. (2006): Individuelle und sozialräumliche Determinanten der Kriminalitätsfurcht. Sekundäranalyse der Allgemeinen Bürgerbefragungen der Polizei in Nordrhein-Westfalen. Kriminalistisch-Kriminologische Forschungsstelle 4/2006. Düsseldorf: LKA NRW.
  • Oberwittler, D., Blank, T., Köllisch, T. & Naplava, T. (2001): Soziale Lebenslagen und Delinquenz von Jugendlichen. Ergebnisse der MPI-Schulbefragung 1999 in Freiburg und Köln. Arbeitsberichte 1/2001. Freiburg i.Br.: MPI.

(Zeitschriften-) Aufsätze


  • Naplava, T. & Kania, H. (2012): Kriminalitätsfurcht im gesellschaftlichen Kontext. Teil 2: Mediennutzung und Kriminalitätsfurcht. Kriminalistik 66, 1, 22-26.
  • Naplava, T. (2011): Kriterien zur Auswahl jugendlicher Intensivtäter auf der Basis von Rückfallanalysen. Kriminalistik 65, 8-9, 533-536.
  • Naplava, T. & Kania, H. (2010): Kriminalitätsfurcht im gesellschaftlichen Kontext. Teil 1: Wohnumfeld und Sicherheitsgefühl. Kriminalistik 64, 2, 117-121.
  • Naplava, T. (2008): Kriminalitätsfurcht und registrierte Kriminalität. Sozialökologische Analysen mit Aggregatdaten und Mehrebenenmodellen. Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform 91, 1, 56-73.
  • Naplava, T. (2007): Macht Kriminalität Angst? Ergebnisse einer landesweiten Bevölkerungsbefragung durch die Polizei in Nordrhein-Westfalen. Kriminalistik 61, 6, 392-396.
  • Naplava, T. & Walter, M. (2006): Entwicklung der Gewaltkriminalität: Reale Zunahme oder Aufhellung des Dunkelfeldes? Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform 86, 5, 338-351.
  • Naplava, T. (2006): Junge Mehrfachtatverdächtige in der Polizeilichen Kriminalstatistik Nordrhein-Westfalen. Bewährungshilfe 53, 3, 260-273.
  • Naplava, T. (2003): Delinquenz bei einheimischen und immigrierten Jugendlichen im Vergleich. Sekundäranalyse von Schulbefragungen der Jahre 1995-2000. Soziale Probleme 14, 1, 67-96.
  • Naplava, T. & Oberwittler, D. (2002): Methodeneffekte bei der Messung selbst berichteter Delinquenz von männlichen Jugendlichen. Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform 85, 6, 401-423.
  • Oberwittler, D. & Naplava, T. (2002): Auswirkungen des Erhebungsverfahrens bei Jugendbefragungen zu 'heiklen' Themen - schulbasierte schriftliche Befragung und haushaltsbasierte mündliche Befragung im Vergleich. ZUMA-Nachrichten 26, 51, 49-77.
  • Albrecht, G., Naplava, T.& Schloosch, A. (1998): Die Krebsmortalität in den alten Ländern der Bundesrepublik Deutschland. Eine medizinökologische Analyse auf Kreisebene. Soziale Probleme 9, 1/2, 182-215.