Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen

Prof.'in Dr. Dorothee Dienstbühl
FHöV NRW - Profil

Dienstbühl, Dorothee

Lehre

Fachbereich
Polizei

Fachgruppe
Polizeiwissenschaften

Fächer
  • Kriminologie
  • Soziologie

Forschung

Projekte

  • Bekämpfung der Kriminalität durch subkulturelle Familienstrukturen - Das Essener Modell (01.01.2019-31.08.2022 )

    Kriminalität durch Personen, die aus kurdisch-arabischstämmigen Großfamilien stammen, ist schon seit Jahren zu einem Problem für den Rechtsstaat avanciert. Vor allem mit sog. „Tumultdelikten“, also Massenschlägereien im öffentlichen Raum oder personenstark ausgetragene Widerstandsdelikte gegen Polizeibeamte, geraten sie unter dem Begriff „Clankriminalität“ in die Medien. Vor diesem Hintergrund stehen spezifische Großfamilien im Focus der Sicherheitsbehörden. Das Repertoire der von den...

    Erstellt am: 18.11.2019 08:0 Zuletzt bearbeitet am: 25.11.2019 08:0
    Bekämpfung der Kriminalität durch subkulturelle Familienstrukturen - Das Essener Modell

    Projektzeitraum: 01.01.2019 - 31.08.2022
    Drittmittelprojekt aktuell laufend

    Kriminalität durch Personen, die aus kurdisch-arabischstämmigen Großfamilien stammen, ist schon seit Jahren zu einem Problem für den Rechtsstaat avanciert. Vor allem mit sog. „Tumultdelikten“, also Massenschlägereien im öffentlichen Raum oder personenstark ausgetragene Widerstandsdelikte gegen Polizeibeamte, geraten sie unter dem Begriff „Clankriminalität“ in die Medien. Vor diesem Hintergrund stehen spezifische Großfamilien im Focus der Sicherheitsbehörden. Das Repertoire der von den Mitgliedern begangenen Kriminalität reicht in das Spektrum der Organisierten Kriminalität.

    Aufgrund dieses multifaktoriellen Problemkomplexes, das nicht nur Polizei und Zoll, sondern auch Sozial- und Finanzbehörden betrifft, forciert das Ministerium des Inneren Nordrhein-Westfalens eine „Null-Toleranz-Strategie“. Örtlich existieren zudem eigene Maßnahmenkonzepte: So hat das Polizeipräsidium Essen bereits 2017 den Interbehördlichen Koordinierungskreis (IBK) eingerichtet, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Probleme im Zusammenhang mit Clanstrukturen nachhaltig zu reduzieren. Im Dezember 2018 wurde im PP Essen schließlich eine Besondere Aufbauorganisation (BAO) „Aktionsplan Clan“ geschaffen, die auf mehrere Jahre angelegt ist.

    Das Forschungsprojekt „Bekämpfung der Kriminalität durch subkulturelle Familienstrukturen - Das Essener Modell“ geht von der Fragestellung aus, was die Polizei benötigt, um die mit dem Phänomen verbundenen Kriminalitätsform wirksam zu bekämpfen und welche Veränderungen zu verzeichnen sind. Basis der Untersuchung ist eine kriminologische Strukturanalyse, die sich auf die Gegebenheiten in Essen fokussiert. Somit umfasst das Forschungsprojekt erstens die interdisziplinäre wissenschaftliche Begleitung der BAO, insbesondere der polizeilichen Praxis, der eingeleiteten Schritte durch die Staatsanwaltschaft und der Maßnahmen weiterer involvierter Behörden (z.B. Zoll, Finanzamt, Jobcenter). Zweitens erfolgt eine Evaluation der im Rahmen der BAO getroffenen Initiativen und Maßnahmen. 

    Externes Projekt

    Linktext Forscher/innen
  • Gewalt und Extremismus an Schulen (01.09.2018-31.08.2019 )

    Gewalt und Kriminalität an Schulen ist ein besonders sensibler Problembereich. Nicht nur herausragende Gewaltphänomene, wie die Amokläufe (sog. School-Shootings) in Erfurt', Emsdetten und Winnenden' offenbaren das grausame Gewaltpotential an Schulen als Orte des Lernens und Miteinanders. Die Tötung eines 14-jährigen Schülers durch seinen 15-jährigen Mitschüler, der als aggressiv und „unbeschulbar" galt, schockierte die Öffentlichkeit zum Jahresbeginn 2018.4 Doch auch Medienberichte von...

    Erstellt am: 11.01.2019 10:0 Zuletzt bearbeitet am: 09.04.2019 11:1
    Gewalt und Extremismus an Schulen

    Projektzeitraum: 01.09.2018 - 31.08.2019
    Auftragsforschung Polizei-und Kriminalwissenschaften (IPK) aktuell laufend

    Gewalt und Kriminalität an Schulen ist ein besonders sensibler Problembereich. Nicht nur herausragende Gewaltphänomene, wie die Amokläufe (sog. School-Shootings) in Erfurt', Emsdetten und Winnenden' offenbaren das grausame Gewaltpotential an Schulen als Orte des Lernens und Miteinanders. Die Tötung eines 14-jährigen Schülers durch seinen 15-jährigen Mitschüler, der als aggressiv und „unbeschulbar" galt, schockierte die Öffentlichkeit zum Jahresbeginn 2018.4 Doch auch Medienberichte von gewalttätigem Mobbing, Antisemitismus und extremistischen Einstellungen an deutschen Schulen, werden zu Problemen. Gewalt an Schulen, zum Teil mit Messern und anderen
    gefährlichen Gegenständen i.S. des Strafrechts ausgetragen, scheint eine Konjunktur zu besitzen, die Lehrer, Eltern und Schüler gleichermaßen verunsichert und Angst verursacht. Daneben zeigt sich, dass Rekrutierungsbemühungen von politischen und / oder religiösen Extremisten jeglicher Couleur in die Schulen reichen. Junge Menschen, die sich vor den Augen der Lehrer radikalisieren und nicht mehr erreichbar sind, stellen die Schulen vor Problemen, die nicht einfach durch Hinzuziehen der Polizei geklärt werden können; insbesondere dann nicht, wenn diese Schüler zwar ihre extremistischen Haltungen deutlich machen, dabei jedoch geltendes Recht nicht verletzen oder in einem Maße, das kaum justiziabel genug wäre. 

    Das Forschungsvorhaben geht zunächst der Frage nach, welche Gewaltphänomene den Schulalltag in NRW aktuell beeinträchtigen. In der damit verbundenen Erhebung soll, überdie Angaben der PKS ­NRW, die die Tatörtlichkeit von Schulen miterfasst, auf Qualität,Intensität und Entwicklung von Gewalttätigkeit, aber auch extremistischen Tendenzen hin untersucht werden. Nachfolgend möchten
    die Antragsteller auf Basis von Erfahrungen in Bedrohungsmanagement und diversen Schulungen und Expertisen für Schulen Maßnahmenkonzepte entwickeln. Dabei sollen Akteure sowohl in, als auch außerhalb von Schulen (z.Ei.in Bezirksregierung, Polizei etc.) entsprechende Zuständigkeiten/ Kompetenzen wahrnehmen, um ein wirksames Bedrohungsmanagement mit notwendigen Handunlungsabläufen implementieren zu können. Im letzten Schritt sollen diese Maßnahmen über ein Schuljahr inweg beobachet und sowohl durch die Antragssteller, als auch durch die beteiligten institutionellen Akteure evaluiert werden. Zur Realisierung und Eingrenzung des Forschungsvorhabens wird mit der Bezirksregierung Münser kooperiert, um unterschiedliche Schulformen einerseits, aber zunächst einen beschränkten Untersuchungsradius andererseits gewährleisten zu können.

    Forscher/innen

Publikationen

(Zeitschriften-) Aufsätze


  • Rohde, Patrick / Dienstbühl, Dorothee / Labryga, Sonja: Hysterie oder reale Bedrohung? Eine kriminologische Einordnung des Phänomens Clankriminalität in Deutschland, in: Kriminalistik 5/2019, S. 275 - 281.
  • Dienstbühl, Dorothee: Kampf gegen Windmühlen? Clankriminalität in Deutschland, in: Homeland Security 3/2018, S. 5 - 11.
  • Dienstbühl, Dorothee: Zwischen Realität und Erfassung: Kriminalität als Politikum, in: Deutsche Polizei 09/2018, S. 4 – 10.
  • Dienstbühl, Dorothee / Meyer, Almut: Vergewaltigung. Opfer ohne Lobby, in: Deutsche Polizei 12/2017, S. 4 – 9.
  • Dienstbühl, Dorothee: Amok, Selbstmordattentat oder terroristischer Amoklauf? in: Die Kriminalpolizei 1/2017, S. 4 – 7.
  • Dienstbühl, Dorothee: Deutschland und der Linksterrorismus: Gedanken anlässlich 40 Jahre "Deutscher Herbst", in: Deutsche Polizei 10/2017, S. 25-32.
  • Dienstbühl, Dorothee: Terror oder Mafia?, Narcoterrorismus als Schnittmenge und Kooperation in: Homeland Security 1/2016, S. 39 – 46.
  • Dienstbühl, Dorothee: Ultranationalismus, Rechtsextremismus und Islamismus: Die Grauen Wölfe in Deutschland, in: Die Kriminalpolizei 2/2016, S. 17-19.
  • Dienstbühl, Dorothee: Stalking: „Vielleicht erwarten wir von der Polizei zu viel“, in: Polizei 11/2016, S.4 – 11.
  • Dienstbühl, Dorothee: Attraktivität von Outlaw Motorcycle Clubs auf extremistische Gruppen, in: Deutsches Polizeiblatt (DPolBl) 5/2015, S. 8 – 11.
  • Dienstbühl, Dorothee / Weber, Meike: Radikalisierung per E-Learning, in: Kriminalistik 3/2015, S. 167–172.
  • Dienstbühl, Dorothee: Extremismus als narzisstisches Kalkül, in: Science^2 Safety and Security 1/2015, S. 44-49.
  • Dienstbühl, Dorothee: Islamistischer Extremismus – Chancen zur Früherkennung in sozialen Behörden, in: Forum Kriminalprävention 3/2015, S. 17 – 19.
  • Dienstbühl, Dorothee: Frauen als Opfer patriarchalischer Gewalt. Die Opfer im Spannungsfeld zwischen Populismus und einer Politik des Wegsehens, Deutsche Polizei 12/2015, S. 14 – 18.
  • Dienstbühl, Dorothee: Frauen im Salafismus – Rolle, Funktionen und Mythos, in: Deutsche Polizei 8/2015, S. 21 – 27.
  • Dienstbühl, Dorothee: Antisemitischer Linksextremismus in Deutschland. Seine Tradition, sein gewalttätiges Potential und die Herausforderung für Sicherheitsbehörden, in: Die Kriminalpolizei 4/2014, S. 14-16.
  • Dienstbühl, Dorothee / Nickel, Stephen: Sind Rocker rechts? in: Der Kriminalist 6/2014, S. 10-16.
  • Dienstbühl, Dorothee / Nickel, Stephen: Reality and the Mafia Myth, in: Global Security 2013, S. 26-31.
  • Dienstbühl, Dorothee: Soziale Unruhen als Herausforderung für die deutsche Sicherheitspolitik, in: Kriminalistik 7/2013, S. 435 - 440.
  • Dienstbühl, Dorothee: Deutschland im Herbst 1977. Erinnerungen an ein Gespenst der Vergangenheit und seine Lehren für die Zukunft, in: Homeland Security 2013, S. 49-60.
  • Dienstbühl, Dorothee / Abou Taam, Marwan: Rekrutierung in deutschen Gefängnissen durch djihadistische Insassen, in: Forum Strafvollzug 1/2012, S. 41-45.
  • Dienstbühl, Dorothee / Nickel, Stephen: Outlaw Motorcycle Clubs - Organisierte Kriminalität und mafiöse Strukturen?, in: Kriminalistik 8-9/2012, S. 475 - 481.
  • Dienstbühl, Dorothee: Gewalt im Namen der Ehre. Auftreten, Hintergründe und gesellschaftliche Auswirkungen, in: Kriminalistik 3/2012, S. 147 - 151.
  • Dienstbühl, Dorothee / Abou Taam, Marwan: Hasskriminalität. Eine Herausforderung an die moderne Gesellschaft, in: Die Kriminalpolizei 3/2012, S. 4-8.
  • Dienstbühl, Dorothee: Die Verbindung vom islamischen Terrorismus zum Links- und Rechtsextremismus. Berührungspunkte in extremistischen Ideologien, in: Der Kriminalist 7-8/2012, S. 20-26.
  • Dienstbühl, Dorothee: Warum Magnus Gäfgen gerne Charles Manson wäre. Narzisstische Persönlichkeitsstrukturen als krimineller Antrieb, in: Homeland Security 3/2011, S. 52-57.
  • Dienstbühl, Dorothee: Gewalt als Verständigung. Die Bandbreite von Jugendgewalt in Deutschland, in: Kriminalistik 8-9/2011, S. 507-512.
  • Abou Taam, Marwan / Dienstbühl, Dorothee: Prediger gegen Demokratie und Integration. Die Inszenierung Pierre Vogels als salafistisches Medium, in: Deutsche Polizei 8/2011, S. 28-35.
  • Dienstbühl, Dorothee: Jugendliche im Visier terroristischer Rekrutierungsarbeit - “Homegrown Terrorism” und der Mythos Gottesstaat, in: Die Kriminalpolizei 3/2010, S. 26-29.
  • Dienstbühl, Dorothee / Dittert, Friederike: Rasterfahndung auf dem Prüfstand - Sinn und Grenzen eines Instruments der Terrorismusbekämpfung, Forum Sicherheitspolitik 3/2009, S. 1-8.
  • Dienstbühl, Dorothee: Kooperative Finanzierungssysteme des transnationalen Terrorismus. Konsequenzen für Deutschland, in: Kriminalistik 6/2008, S. 365-371.
  • Dienstbühl, Dorothee: Neue Denkweisen im Kampf gegen Terrorismus, in: Kriminalistik 3/2007, S. 159 - 162.
  • Dienstbühl, Dorothee: Islamistischer Terrorismus und Organisierte Kriminalität – eine neue Variante des symbiotischen Terrorismus?, in: Wissenschaft & Sicherheit online 4/2007.
  • Dienstbühl, Dorothee: Symbiotischer Terrorismus - Die Ökonomie der “Gotteskrieger”, in: Forum Sicherheitspolitik 5/2004.

Buchbeiträge


  • Dienstbühl, Dorothee: Rekrutierung und Radikalisierung im Internet. Psychologische Aspekte extremistischer Mediennutzung, in: Bude, Heinz / Wirth, Ingo (Hrsg.): Grenzerfahrungen: Migration, Flucht, Vertreibung und die deutschen Verhältnisse, Gießen 2019.
  • Dienstbühl, Dorothee / Herrmann-Marschall, Sigrid: Investigate Social Networks - Die Übertragung salafistischer Strukturen in sozialen Netzwerken auf örtliche Gegebenheiten und der Nutzen für die Sicherheitsbehörden, in: Rüdiger / Bayerl (Hrsg.): Digitale Polizeiarbeit. Herausforderungen und Chancen, Springer, Wiesbaden 2017.
  • Dienstbühl, Dorothee: Wirksamkeit europäischer Bekämpfungsstrategien gegen Terrorismusfinanzierung und Organisierte Kriminalität auf dem Prüfstand, in: Hoffmann / Feltes (Hrsg.): Europas neue Grenzen – Polizeiliche Herausforderungen in Zeiten einer neuen Sicherheitsarchitektur, Bochum 2014.
  • Dienstbühl, Dorothee: Jugendarbeit als Intervention gegen Hasskriminalität - Chancen und Grenzen, S. 223-241, in: Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz / Landespolizeischule Rheinland-Pfalz / Leitstelle Kriminalprävention beim Ministerium des Inneren, für Sport und Infrastruktur Rheinland-Pfalz / Volkswagen Stiftung Forschungsprojekt: “Hybride europäisch-muslimische Identitätsmodelle (Heymat)“ (Hrsg.): Hasskriminalität. Herausforderung an Staat und Gesellschaft, Mainz 2013.
  • Dienstbühl, Dorothee: Probleme sicherheitsbehördlicher Kooperation veranschaulicht am Beispiel von Maßnahmen zur Eindämmung terroristischer Finanztransfers, S. 281-295, in: Glawe, Robert (Hrsg.): Eine neue deutsche Sicherheitsarchitektur – Impulse für die nationale Strategiedebatte, Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2009.

Bücher/Monographien


  • Dienstbühl, Dorothee: Extremismus und Radikalisierung: Kriminologisches Handbuch zur aktuellen Sicherheitslage, Stuttgart 2019.
  • Dienstbühl, Dorothee: Ehrgewalt in Deutschland. Ein fremdes Phänomen zwischen Generalverdacht und Verharmlosung, Frankfurt am Main 2015.
  • Dienstbühl, Dorothee: Erscheinungsformen und Auswirkungen des transnationalen symbiotischen Terrorismus in Deutschland, Berlin 2014.