Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen

Weltfrauentag am 8. März 2016
Bereits jetzt die Frauenvollversammlung am 2. Juni 2016 einplanen! Wir freuen uns auf Sie/Euch!

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Von Prof. Dr. Lutz C. Kaiser 7. März 2016 Gleichstellung


„Heute für Morgen Zeichen in Hochschulen setzen“

Der diesjährige Weltfrauentag steht unter dem Motto „Heute für Morgen Zeichen setzen“. Damit geht es, wie in vielen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft, auch um gleiche Start- und Prozesschancen für Frauen und Männer im Hochschulbereich. Es müssen heute präventive Maßnahmen ergriffen werden, die wirksam und nachhaltig für die Zukunft der Gleichstellung sind. Solche Maßnahmen können reaktive Instrumente, wie das der Frauenquote, ergänzend unterstützen bzw. mittel- und langfristig potentiell ersetzen.

Welche präventiven und möglichst nachhaltigen Instrumente bieten sich an? Es sind z. B. Programme zur direkten intervenierenden Förderung von weiblichen Führungskräften. Dazu zählt beispielsweise das sog. Leadership-Coaching für Frauen im Hochschulmanagement. Besonders ertragreich können solche Ansätze auch in Masterstudiengängen oder bei Programmen für Doktorandinnen sein. Hier werden bereits frühzeitig entsprechende Kompetenzen für das Studium und den späteren Beruf mit auf den Weg gegeben. Dabei geht es u.a. um die Verbesserung von Verhandlungskompetenzen in Bezug auf Gehalt, Arbeitsplatz- und Führungskraftkonditionen.

Ein weiteres Instrument besteht in der Nutzung von anonymisierten Bewerbungsverfahren an Hochschulen. In Deutschland könnte dieser Ansatz für eine Abfederung von zwischengeschlechtlich ungleichen Startchancen bei Einstellungsverfahren eingesetzt werden, welche aus dem nach wie vor bestehenden Phänomen der sog. statistischen Diskriminierung resultiert. Hierbei handelt es sich um die unberechtigte Zuschreibung einer im Durchschnitt relativ geringen Produktivitätserwartung gegenüber Frauen wegen familienbedingten Unterbrechungen von Karriereprofilen.

Hochschulen verstehen sich heute vermehrt als Dienstleister für Studierende und das interne Hochschulpersonal. An dieser Stelle ließen sich auch solche Einrichtungen nutzbringend einsetzen, wie sie bereits von einigen Universitäten im Rahmen von sog. Dual Career & Family Support Dienstleistungszentren betrieben werden. In diesem Rahmen werden Doppelkarrieren von Paaren mit oder ohne Kinder unterstützend gecoached.

Insgesamt kann das Motto des Weltfrauentages damit für die Gleichstellung an Hochschulen im Sinne von „Besser früher fördern als später quotieren“ verstanden werden.