Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen

Veranstaltungsreihe Kölner Dialoge an der FHöV NRW
Zwischen Deeskalation und Robustheit - das Konzept der prozeduralen Gerechtigkeit als Leitbild moderner Polizeiarbeit

Ministerium des Innern NRW
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Von Prof. Dr. Gina Rosa Wollinger 30. Oktober 2018 Veranstaltungen


Personenkontrollen, Festnahmen, Wegweisung bei häuslicher Gewalt, -die Polizei muss oft Entscheidungen treffen, die, zumindest für einen Teil der Beteiligten, nachteilig sind. Während dies wohl eine unverrückbare Tatsache ist, ist das „Wie“ des polizeilichen Handelns, d.h. wie die Polizei in bestimmten Situationen und Interaktionen Bürgern/innen gegenüber auftritt, jedoch umstritten. Die diskutierten Leitbilder stehen dabei in einem Spannungsfeld von der deeskalierenden bis hin zur robusten Polizei.

Im angloamerikanischen Sprachraum wird in diesem Zusammenhang seit längerer Zeit das Konzept der „prozeduralen Gerechtigkeit“ herangezogen. In Deutschland ist dieses hingegen noch weitgehend unbekannt. Der Grundgedanke prozeduraler Gerechtigkeit ist, dass es Menschen wichtiger ist, wie sie in zwischenmenschlichen Interaktionen behandelt werden als das Ergebnis der Interaktion. Dies führt dazu, dass Menschen (nachteilige) Entscheidungen eher akzeptieren, wenn sie das Gefühl haben, dass ihre Interessen wahrgenommen wurde, sie respektvoll sowie unvoreingenommen behandelt wurden und die Entscheidungsregeln transparent sind. Die Akzeptanz von Entscheidungen wiederum stärkt die Akzeptanz der Institution, die die Entscheidungsträger sind.

In dem Vortrag wird Prof. Dr. Christian Pfeiffer auf die Frage eingehen, inwieweit das Konzept prozeduraler Gerechtigkeit auf das polizeiliche Handeln bezogen werden kann. Dabei wird insbesondere auf die Relevanz und Auswirkungen hinsichtlich von Rückfallrisiken und Kriminalität eingegangen werden.

Referent

Prof. Dr. Christian Pfeiffer, ehem. Direktor des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen e.V.

Termin

VeranstaltungZwischen Deeskalation und Robustheit - das Konzept der prozeduralen Gerechtigkeit als Leitbild moderner Polizeiarbeit
Termin 14. November 2018, 15:00 bis 17:00 Uhr
OrtStädtesaal der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung
Erna-Scheffler-Straße 4
51103 Köln

Moderation

Prof. Dr. Gina Rosa Wollinger, FHöV NRW

Rückfragen bzw. Anmeldung größerer Gruppen bitte an: ginarosa.wollinger@fhoev.nrw.de

Die Veranstaltung ist kostenfrei!