Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen

Professionell lehren an der FHöV NRW
Abschluss Transfer Gruppe 4

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Von Maria Flück 5. Juli 2018 ZertifikatsprogrammWeiterbildung intern


Professionell lehren an der FHöV NRW

Nunmehr hat die vierte Gruppe Lehrender das Transfermodul im Rahmen des Zertifikatsprogramms "Professionell lehren an der FHöV NRW" erfolgreich absolviert. Am 15.06.2018 fand die Abschlussveranstaltung des Transfermoduls statt, in der Herr Zeleny, Leiter Zentrale Angelegenheiten 1, und Frau Flück, Leiterin des Zentrums für Hochschuldidaktik, E-Learning und Medien den Absolventinnen und Absolventen die Zertifikate überreichen konnten. Neben den hochschuldidaktischen Trainern Klaus Hellermann und Martin Mürmann, freute sich die stellvertretende Sprecherin des Fachbereiches AV/R, Frau Siegel, über ein facettenreiches Spektrum innovativer Projektideen und über die erfolgreiche Umsetzung des Zertifikatsprogramms.

Insgesamt sieben Lehrende haben sich in den vergangenen sechs Monaten mit einem eigenen innovativen (Lehr-)Projekt beschäftigt, um einen Beitrag zur Verbesserung der Qualität der Lehre zu leisten.

Die Abschlussprojekte im Einzelnen:

  • Claus Eickmann: Von anderen Lernen. Didaktische Konsequenzen aufgrund eines Sprachaufenthaltes in den USA
  • Peter Pleumann, Andreas Reichardt und Bärbel Schmidt: Wirksames Selbststudium durch aktivierende Lernvideos
  • Manuel Heinze und Bernhard Kleefisch: Erstellung eines Trailers zur Moduleinführung
  • Patrick Rohde: Wer nicht fragt, bleibt...

An jede Projektpräsentation schloss sich eine anregende Diskussion im Plenum an. Einblicke in die innovativen hochschuldidaktischen Abschlussprojekte erhalten Sie durch die Abstracts und durch die auf der FHöV-eigenen Videoplattform bereitgestellten Videos der Abschlusspräsentationen.

Abstracts

Eickmann, Claus: Von anderen Lernen. Didaktische Konsequenzen aufgrund eines Sprachaufenthaltes in den USA

In diesem Projekt werden zunächst die eigene Lehr-/Lernphilosophie und die aktuelle Umsetzung didaktischer Überlegungen in der eigenen Lehre reflektiert. Die Ergebnisse dieser Reflexion werden anschließend vor dem Hintergrund gesammelter Erfahrungen in einem 3-wöchigen Sprachkurs in den USA gegenüber gestellt. Hierbei werden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Lehre herausgearbeitet und auf mögliche Innovationen für die eigene Lehre überprüft. Vor allem zwei Methoden, Kahoot und der „Conversation Club“, werden detailliert vorgestellt und in die Lehrveranstaltungsplanung für Betriebswirtschaftslehre des Jahrgangs 2019/2020 eingebunden.

Claus Eickmann: claus.eickmann@web.de

 

Heinze, Manuel und Kleefisch, Bernhard: Erstellung eines Trailers zur Moduleinführung

Das Eingangsverhalten der Dozenten zu Beginn eines jeden Studienmoduls ist der Ausgangspunkt eines jeden Lernprozesses. Daher scheint auch der Erfolg eines Moduls wesentlich von der Art und Weise abzuhängen, wie die Lehre eröffnet wird. Aus diesem Kontext stammt die Idee der Verfasser, die Module im Bereich des Verkehrsrechts und der Verkehrslehre mit einem entwickelten Trailer zu visualisieren und zur innovativen Unterrichtsgestaltung in den Moduleinstieg zu implementieren. Das Projekt beinhaltet folgende Bausteine:

a) Erstellen eines Trailers durch die Studierenden

b) Nutzung des Trailers zum Moduleinstieg GS 6

c) Erstellen eines Berichtes für Lehrenden zur Erstellung eigener Trailer

Manuel Heinze: manuel-heinze@web.de

Bernhard Kleefisch: bernhard.kleefisch@fhoev.nrw.de

 

Pleumann, Peter; Reichardt, Andreas und Schmidt, Bärbel: Wirksames Selbststudium durch aktivierende Lernvideos

Die Ausbildung an der FHöV wird nach den Grundsätzen der Andragogik gestaltet. Dass neben der Ausbildung in den Präsenzlehrveranstaltungen auch das Selbststudium als Ort des Kompetenzerwerbs vorgesehen ist, scheint daher selbstverständlich. Gleichwohl gehört es zu den gängigen Erfahrungen, dass mühsam konstruierte Selbststudiumsaufgaben nur oberflächlich, nur von einem Teil des Kurses oder gar nicht bearbeitet werden. Die Ursachen sind vieldimensional. Auf der Ebene der Studierenden können eine unzureichende Durchdringung der Aufgabenstellung oder Überforderung durch die Aufgabe selbst die Ursache sein. Auf der Ebene der Aufgabenstellung ist die übliche einseitige Aktivierung der linken Gehirnhälfte, also eine einseitige Fokussierung auf Darstellungen in Textform oder ein Imperativ zum linearen Abarbeiten der Aufgaben problematisch. Auf der Ebene der Dozenten muss die mangelhafte Einbettung der Ergebnisse der Aufgabenbearbeitung in die folgende Lehrveranstaltung sowie die fehlende Vernetzung kritisch betrachtet werden. Auf der Ebene des Gegenstandes ist die einseitige Betrachtung aus der Perspektive der jeweiligen Teildisziplin (anstelle einer ganzheitlichen, interdisziplinären Betrachtung) zu hinterfragen.

Der Lösungsvorschlag des vorliegenden Projektes besteht darin, die häufig auf Arbeitsblättern präsentierten Aufgaben zu ersetzen durch Lernvideos, die nicht zum „Hinterherdenken“ von Lösungen auffordern, sondern zur kollaborativen Problemlösung auf dem individuellen Anspruchsniveau. Vielfältige und unterschiedliche Lösungswege stellen dann die Keimzelle der folgenden Präsenzveranstaltung dar. Dort sollen auch die Perspektiven anderer Teildisziplinen mitberücksichtigt werden, so dass neben einer vertieften Durchdringung des Lerngegenstands eine deutlich erhöhte Handlungsfähigkeit für die spätere berufliche Praxis erreicht wird.

Peter Pleumann: peter.pleumann@polizei.nrw.de

Andreas Reichardt: andreas.reichardt@polizei.nrw.de

Bärbel Schmidt:  mail@baerbel-schmidt.de

 

Rohde, Patrick: „Wer nicht fragt, bleibt…“

Das Lehrprojekt „Wer nicht fragt, bleibt...“ sieht vor, dass die Studierenden durch aktive, gestaltende und eigenverantwortliche Fragenentwicklung zu einem Lehrthema den Grundstein für eine Evaluation dieses Themas setzen. Zu Beginn entwickeln Studierende, nach der Vorstellung des Lehrthemas mittels der Advance Organizer Methode, Fragen an die Thematik. Dadurch wird eine gedankliche Auseinandersetzung mit den Inhalten schon zu Beginn der Präsenzphase angeregt. Durch die, aus den Fragen individuell für den Kurs, entstandene Evaluation soll es den Studierenden möglich sein, am Ende des Themas eine eigene Lernstanderhebung durchzuführen. Die Evaluation hat durch ihren Aufbau weiterhin für den Lehrenden den Nutzen, dass die Qualität der Inhaltsvermittlung messbar wird. Durch den Aufbau der Evaluation kann somit für die Lehrperson (Überprüfung der Lehrleistung) und Lernperson (Überprüfung der Lernleistung) ein Nutzen erreicht werden. Die Methode erlaubt weiterhin eine Lehrgestaltung, die sich nach den Fragen richtet bzw. daran orientiert.

Patrick Rohde: patrick.rohde@fhoev.nrw.de