Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen

Hochschulemeister Alyn Camara im Interview
Studierender PVD EJ 2009

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Von Guido Bel 13. April 2011 Köln


Zum Kommissar mit Hindernissen

Am 1. September 2009 begann mein duales Studium in der Einstellungsbehörde Köln an der FHöV NRW (Abteilung Köln).

 

Meine Einstellung in den PVD wurde mit einer Sportförderung verbunden.

 

Was bedeutet nun eine Sportförderung bei der Polizei bezogen auf die Ausbildung?

 

Es wird uns (den geförderten Auszubildenden/Sportlern) gewährt, Trainingslager und erforderliche Trainingsmaßnehmen wie z.B. Kaderlehrgänge, Leistungsdiagnostiken etc. wahr zu nehmen.

 

Man kann es auch ganz einfach „Freistellung von der Arbeit“ nennen.

 

Nun, das klingt natürlich im ersten Moment sehr toll. Und das ist es auch. Man kann seinem „Hobby“ nachgehen, welches mittlerweile nicht mehr nur Hobby, sondern auch Beruf geworden ist. Aber relativ schnell kristallisierte sich heraus, dass diese Sonderregelung die für uns Sportler getroffen wurde und die ich auch in Anspruch nahm und nehme, nicht nur Positives mit sich bringt.

 

Es lag an mir, die verpassten Unterrichtseinheiten nach zu holen. Natürlich wurde ich von Kollegen und Dozenten unterstützt durch die Bereitstellung von Materialien. Doch den Zeitaufwand sich den verpassten Stoff anzueignen unterschätzte ich sehr. Ich bemerkte, dass es ein großer Unterschied ist zwischen dem Zuhören in den Vorlesungen (den Stoff in kleinen Paketen vermittelt zu bekommen) und dem selbst lesen und nach zu vollziehen.

 

Am intensivsten sind jedoch die Trainingslager. In der Regel dauern diese 7-21 Tage.

 

Das sind 5-15 Tage verpasster Unterricht in der FH bzw. im Praktischen Training in Brühl oder aber auch im Praktikum. Das Nacharbeiten des verpassten Stoffes ist dementsprechend zeitintensiv. Schwer ist es, in dem eh schon vollgepackten Tagesablauf die Zeit zu finden, den Stoff nach zu holen. Es ist auch schon der Fall eingetroffen, dass ein Trainingslagertermin mit einem Prüfungstermin kollidiert ist. Dies hatte zur Folge, dass ich die Prüfung zum Nachschreibetermin antreten musste.

 

Klingt natürlich auch sehr angenehm, da ich die Klausur nicht zum vorgegebenen Termin schreiben muss, sondern erst ein paar Wochen später. Doch dies ist meist eher hinderlich. Das Studium läuft weiter. Es gilt also den neuen Stoff zu lernen, während der alte hingegen immer wieder aufgefrischt werden muss, damit ich die noch anstehende Prüfung bestehe.

 

Da ich im ersten Ausbildungsjahr merkte, dass die 3-jährige Ausbildung unter diesen Bedingungen nicht zu stemmen ist, setzte ich mich mit zwei Kollegen (die ebenfalls in der Sportförderung sind) mit der Ausbildungsleitung Köln zusammen.

 

Die Ausbildungsleitung Köln ist immer sehr darauf aus, dass es uns ermöglicht wird Ausbildung und Sport zu kombinieren. Dies möglichst ohne große Verluste.

 

Die Ausbildungsleitung Köln klärte uns über unsere Möglichkeiten auf, die Doppelbelastung zu entzerren.

 

Wir erarbeiteten in mehreren Stunden Arbeit einen für uns angenehmeres Konzept.

 

Die Ausbildung wurde von 3 auf 4 Jahre verlängert. Das erste Ausbildungsjahr hatten wir bereits hinter uns gebracht. Das zweite wurde durch die Ausbildungsleitung aufgeteilt. Wir durchlaufen nun das zweite Ausbildungsjahr mit ca. 60% des Inhaltes und den entsprechenden Prüfungen. Die fehlenden 40% werden im dritten Ausbildungsjahr nachgeholt. Diese Aufteilung des zweiten Ausbildungsjahres ermöglicht es uns, eine optimale Vorbereitung für die Olympischen Sommerspiele durchzuführen.

 

Im vierten Ausbildungsjahr wird dann von uns das eigentlich dritte Ausbildungsjahr absolviert.

 

Alyn Camara

 

Studierender an der FHöV NRW - Abteilung Köln

Polizeivollzugsdienst

EJ 2009