Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen

Historisches Fenster - Juni 2014
11. Juni 1964: Das Flammenwerfer-Attentat von Köln-Volkhoven

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17. Juni 2014 Historisches Fenster


Historisches Fenster Juni 2014

11. Juni 1964: Das Flammenwerfer-Attentat von Köln-Volkhoven

Prof. Dr. Heike Wüller, Forschungsgruppe BiBeLL

„Amokläufer in Köln-Volkhoven, Volkhovener Weg in Höhe der Schule – mit Flammenwerfer!“ lautete die Meldung, die am 11. Juni 1964, morgens gegen 9.30 Uhr auf der Wache des Kölner Schutzbereichs Nord einging [2]: Das Flammenwerfer-Attentat von Köln-Volkhoven. Ohne genauere Kenntnis der Sachlage setzten sich drei Polizeibeamte, die dort gerade Dienst taten, in einen Streifenwagen und machten sich auf den Weg zum Tatort. Was sich nur wenige Minuten bevor sie gegen 9.38 Uhr an der Schule eintrafen, ereignet hatte, stellt der Polizeibericht [3] vom 15. Juni 1964, der hier zusammenfassend zitiert wird, so dar:

Gegen 9.10 Uhr war ein Mann in Arbeitskleidung vor der katholischen Volksschule in Köln-Volkhoven aufgetaucht, auf dem Rücken trug er ein Pflanzenspritzgerät, führte außerdem erkennbar eine selbstgefertigte Lanze mit sich und, nicht sofort zu sehen, einen Holzkeil, eine Schleuder und ein Fläschchen mit Pflanzengift. Nachdem er den Schulhof betreten hatte, benutzte er zunächst den Holzkeil, um das Schultor von innen zu blockieren. Eine Schulklasse hatte gerade Turnunterricht auf dem Hof, als sich der Mann, Willi Seifert mit Namen, ihr näherte, dann sein Spritzgerät aktivierte, das, wie sich jetzt zeigte, mit einer brennbaren Flüssigkeit gefüllt und auf diese Weise zu einem Flammenwerfer umgebaut worden war, eine Flamme entzündete und auf die Lehrerin und die turnenden Kinder hielt, die schreiend davon liefen. Danach bewegte er sich auf vier Baracken zu, die als provisorische Klassenräume auf dem Schulgelände errichtet worden waren, warf mit seiner Schleuder Fensterscheiben ein und richtete den Feuerstrahl durch die Fenster ins Innere des aufgebrochenen Raumes sowie durch die geöffneten Fenster der benachbarten Baracke. Als die Kinder durch die offenen Fenster und Türen zu fliehen versuchten, hielt Seifert das Feuer auf einzelne von ihnen. Dann versiegte die Flamme. Seifert entledigte sich des Behälters und trank das Pflanzengift aus dem mitgeführten Fläschchen. Aus der dritten, unversehrten Baracke trat in diesem Moment eine Lehrerin. Seifert rannte auf sie zu und stach mit seiner Lanze auf sie ein. Mit brachialer Gewalt gelang es ihm danach, die Türe des gegenüber liegenden Schulpavillons zu öffnen, die zwei Lehrerinnen von innen zuzuhalten versuchten. Als eine von beiden vor ihn stürzte, tötete er sie durch Lanzenstiche. Danach floh er, das Schulgelände über einen Zaun verlassend, durch das, der Schule benachbarte freie Feld in Richtung eines nahegelegenen Bahndamms.

Als gegen 9.40 Uhr die Polizisten der alarmierten Wache am Tatort eintrafen, war die von der Schulleitung verständigte Feuerwehr bereits vor Ort. 20 bis 30 Männer aus der Ortschaft, Einwohner von Volkhoven, Handwerker, die gerade in der Gegend beschäftigt waren, hatten zeitgleich kurzerhand die Verfolgung des Attentäters aufgenommen und waren ins Feld gelaufen. Aufgeregt gab die Menschenmenge, die sich vor der Schule versammelt hatte, den Polizeibeamten Hinweise auf Seiferts Fluchtweg. Zunächst im Funkstreifenwagen, dann zu Fuß machten sich die Polizisten auf den Weg. Als Seifert schließlich vor ihnen stand und sie mit der Lanze bedrohte, streckte einer der Beamten den Attentäter mit einem gezielten Schuss in den Oberschenkel nieder.

Vor der Schule und auf dem Schulgelände halfen unorganisiert, aber zupackend, Passanten den Verletzten: Mitarbeiter der städtischen Müllabfuhr, die gerade an der Schule vorbeigekommen waren, und in der Nähe der Schule arbeitende Schlosser stoppten vorbeifahrende PKW und forderten die Fahrer auf, die zum Teil bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Kinder ins nächste Krankenhaus zu fahren. Feuerwehr, Malteser-Hilfsdienst und eine Sanitätseinheit der Bundeswehr, die in der Nähe stationiert war, kümmerten sich um die noch verbliebenen Verletzten vor Ort.

Auch die Kriminalpolizei war mittlerweile mit einigen Männern auf dem Schulgelände eingetroffen und begann nun mit der Spurensicherung. Mit dabei war auch Dr. Gundlach, der Leiter der Kölner Mordkommission. Da der Funkverkehr mehr schlecht als recht funktioniert hatte, waren die Kripobeamten zunächst davon ausgegangen, dass jemand versucht hatte, die Schule in Brand zu setzen. Sie hatten sich folglich, zwar mit Martinshorn und Blaulicht, aber doch ohne übertriebene Eile zum Tatort aufgemacht [4]. Während sich seine Kollegen nun einen ersten Eindruck vom Tatort verschafften, folgte Gundlach sofort nach seinem Eintreffen Seifert und den Schutzpolizisten. Schon angeschossen am Boden liegend fand er den Attentäter vor. Noch vor Ort führte er das erste ‚Verhör‘ durch. Eine zweite – die letzte – Möglichkeit zum Gespräch, bevor Seifert an den Folgen des Gifttrunks starb, bot sich am Nachmittag im Krankenhaus. Beide Befragungen hielt Gundlach auf Tonband fest. „Warum haben Sie das getan?“ „Man wollte mich töten.“ - „Wer wollte Sie umbringen?“ „Der Obermedizinalrat Dr. Creischer wollte mich töten.“ - „Wissen Sie, warum Sie es getan haben?“ „Ja. Es ist eine böse Sache, alles.“ - „Wann haben Sie den Plan dazu gefaßt? Wann haben Sie sich Gedanken darüber gemacht? Schon seit langem oder seit kurzem?“ „Schon lange.“ - „Warum gerade die Kinder? Mögen Sie Kinder nicht?“ „Doch.“ - „Warum denn?“ „Es ist vielleicht eine verderbte Idee.“ - „Warum gerade diese Menschen, diese Kinder, diese Schule?“ „Zufall.“ [5]

Walter Seifert war zum Tatzeitpunkt 43 Jahre alt. In der Schule war er durch sehr gute Noten aufgefallen, hatte mit ausgezeichnetem Erfolg eine Lehre als Metallhobler in einer Kölner Maschinenfabrik absolviert, war 1941 zur Wehrmacht eingezogen worden und dann nach dem Krieg kurz in Gefangenschaft geraten. Im November 1945, sein Vater war gerade an den Folgen eines Autounfalls gestorben, begann Seifert, als Polizist zu arbeiten. Schon ein Jahr später wurde er aufgrund einer Lungentuberkulose für polizeidienstuntauglich erklärt und wieder aus dem Dienst entlassen. Seifert war überzeugt, dass die Erkrankung aus seiner Kriegsgefangenschaft herrührte – im Gegensatz zu den Amtsärzten der Stadt Köln, die diesen Zusammenhang nicht erkennen konnten. Damit begann sein jahrelanger Kampf gegen die Behörden: Seifert stritt mit den Versorgungsämtern, verfasste umfängliche Abhandlungen, in denen er sich mit medizinischen und sozialen Fragestellungen auseinandersetzte, und mit denen er die Behörden bombardierte. Die von den amtlichen Stellen zu seiner psychischen Untersuchung herangezogenen Experten bescheinigten ihm einen „schizophrenen Defektzustand bzw. eine paranoide Entwicklung“ [6], erkannten aber keine von ihm ausgehende Gefährdung für die Öffentlichkeit. Seiferts psychische Situation verbesserte sich kurzzeitig 1955, nachdem er geheiratet hatte. Nur sechs Jahre später aber starb seine Frau nach einer Frühgeburt an einer Embolie. Wieder suchte Seifert die Schuld für das tragische Ereignis bei anderen. Die Ärzte hätten seine Frau falsch behandelt. Weitgehend mittellos, mit geringer Rente lebte Seifert fortan wieder bei seiner Mutter im Familienhaus in Volkhoven.

Nicht nur die Boulevardpresse, aber vor allem sie, wusste vieles, auch viel Erfundenes über Seifert und über seine verzweifelte Familie, Mutter und Bruder, zu berichten. Die Medien interessierten sich aber nicht nur für den Täter. Das Massenblatt „Neue Illustrierte“ wusste in seiner Sonderausgabe vom 13. Juni 1964 ebenso zu berichten, wer die eigentlichen Helden des 11. Juni waren, wie es überaus kritische Fragen zum Verhalten der Polizei stellte: „Das mutige Verhalten der Lehrerinnen hat Kindern das Leben gerettet. Das unerschrockene Eingreifen von Passanten jagte den Mörder in die Flucht. Und der Schuß eines Kölner Polizisten – des einzigen, der ihn verfolgte – brachte den geisteskranken Mörder zur Strecke. […] Gewiß: Viele Fragen sind noch unbeantwortet. Warum wurde nur ein Funkstreifenwagen eingesetzt? Warum heißt es, daß in jenem Bezirk, wo die Katastrophe geschah, nur ein Funkstreifenwagen zur Verfügung war? Weiß doch jeder, daß über Funk aus allen Bezirken Kölns in Katastrophenfällen eine große Zahl von Funkwagen herbeigerufen werden kann. 10 Minuten, 10 todeslange Minuten, dauerte es, bis der Funkstreifenwagen am Tatort eintraf. Dann aber wurde rasch gehandelt. […] Noch ringen Kinder mit dem Tod. Über 30 Lehrerinnen und Kinder wurden von dem Flammenstrahl oder Speer des Mörders getroffen. Ihr Tod, ihre Wunden sind Mahnung an die Polizei, sind Mahnung an uns alle: Mord, feiger Mord, kann jeden von uns morgen treffen! Fast scheint es, als sei in den großen Städten ein Menschenleben nicht mehr viel wert. Mehr muß für den Schutz der Bürger geschehen! Schneller muß die Polizei am Tatort sein! Und Schulen brauchen – wie Banken – ein Alarmsystem, das von Lehrern und Kindern ausgelöst werden kann, wenn Wahnsinnige das Leben von Unschuldigen bedrohen.“ [7]

Die hier vorgetragene harsche Kritik an der Polizei fügte sich in das Bild, das die Medien gerade in den Jahren zwischen Mitte der 1960er und Anfang der 1970er Jahre von ihr und von der Kriminalität in Köln zeichneten. Köln, das galt gemeinhin als das „Chicago am Rhein“ [8] . Unterweltgrößen wie Schäfers Nas, Dummse Tünn, Essers Häns und Frischse Pitter – die fröhlich klingenden Namen verbrämen bis heute deren brutale Gewalttätigkeit – bestimmten die kriminelle Szene. Sie verdienten ihr Geld durch Zuhälterei, profitierten von Glücksspiel und Erpressung und hielten die Kölner Polizei in Atem. Für die Presse war klar, wer schuld daran war, dass Köln die zweifelhafte Auszeichnung ‚kriminellste Stadt Deutschlands‘ verliehen bekommen hatte: zu wenige Polizeibeamte hatte die Stadt, inkompetente und überforderte zudem.

Gegen dieses Bild wandte sich entschieden der Leiter der Kölner Kripo. Karl Kiehne, unmittelbar nach der Amoktat war auch er am Tatort gewesen, prägte durch seine Darstellungen [9] des in Volkhoven Geschehenen das Bild des Tathergangs über eine lange Zeit. Kiehne hielt der, die Polizei attackierenden Presse in seinem Buch „Nicht nur Rosen aus dem Klingelpütz“ noch 1972 entgegen: „Dabei hatte kein Kölner Bürger, kein Kölner Polizist, schon gar kein Kölner Kripomann oder sein Chef auch nur die geringste Schuld an diesem furchtbaren Attentat. Niemand, nicht die beste Polizei der Welt, hätte es verhindern können. Aber es passte so gut in das Bild einer ‚verbrecherischen Stadt‘, das gewisse Leute mit großer Ausdauer […] damals immer wieder von Köln malten.“ [10] Dass andere als die Polizei möglicherweise Schuld auf sich geladen haben könnten, schloss Kiehne dagegen nicht aus. Den Psychiatern, die sich nach der Tat zu Wort gemeldet und offenbar weitgehend übereinstimmend geäußert hatten, dass Schizophrenie nur selten zur Gewaltanwendung führe, erlaubte sich der Kölner Kriopchef entgegenzuhalten: „Dem muss ich aus meiner Erfahrung heraus widersprechen. Ich habe persönlich zahlreiche solcher Fälle aufzuklären gehabt, und es gibt auch eine sehr umfangreiche Literatur über schizophrene Gewaltverbrecher. […] Bei der Bearbeitung solcher Fälle konnte ich oft (nicht immer) feststellen, daß es einige Zeit vor dem Verbrechen zu Auffälligkeiten gekommen war, die bei uns Kriminalisten aus Erfahrung den dringenden Verdacht auf ein bevorstehendes Verbrechen begründet hätten. Warum nicht bei den behandelnden Ärzten? […] Ich bin auf dem Fachgebiet zwar nur ein Laie, aber ich meine in Anwendung meines gesunden Menschenverstandes: wenn nach einem festgestellten schizophrenen Defektzustand (wie im Falle Volkhoven) Briefe geschrieben werden, in denen es von angedrohten Gewaltanwendungen, von Terror und Gegenterror nur so strotzt, dann müßten die Gesetze doch den Fachärzten die Möglichkeit geben (oder sogar die Pflicht auferlegen), etwas Vorbeugendes, Heilendes, notfalls mit Gewaltanwendung zu tun.“ [11]

Polizeiliches Erfahrungswissen als Entscheidungsgrundlage für die Kategorisierung von Tätern, für den Umgang mit ihnen, zu nutzen und es in seiner Bedeutung über das Expertenwissen von Ärzten oder Richtern zu stellen, das hatte Kiehne immer wieder einmal vorgeschlagen. So etwa bereits 1958: Auf einer Arbeitstagung des Bundeskriminalamtes hatte er massiv dafür plädiert, der Kriminalpolizei mehr Möglichkeiten der Mitgestaltung zu überlassen. Auf der Wiesbadener Veranstaltung war es um die Rolle der Kriminalpolizei im Strafverfahren gegangen: Richter seien dazu „erzogen, unter dem Gesichtspunkt der Gerechtigkeit und nicht der Zweckmäßigkeit zu entscheiden“, sie tendierten stets zur „Anwendung des mildesten Mittels“, so Kiehne dort. Deshalb sollten bei der Klassifikation der Straftäter in „Gewohnheits-“ oder „Berufsverbrecher“ die Gutachten von sachverständigen Kriminalbeamten verpflichtend sein. Letztendlich sollte die Verhängung einer Sicherheitsverwahrung unabhängig vom Ermessen eines Richters in den Zuständigkeitsbereich der Kriminalpolizei übertragen werden. Die Polizei „als Trägerin der Gefahrenabwehr“ müsse „einen maßgeblichen Einfluß auf die Auswahl der Maßnahmen“ erhalten. [12]

Im konkreten Zusammenhang des Attentats von Volkhoven sind diese Äußerungen insofern erwähnenswert, als sie in gewisser Weise symptomatisch sind für eine Gruppe führender Nachkriegs-Kriminalpolizisten, die ähnliche Biografien wie Kiehne aufwiesen: Kiehne, 1902 in Hilden geboren, beschreibt zu Beginn seines Erinnerungsbuches sehr knapp sein dienstliches Leben. Darin enthalten ist auch folgender (1972 geschriebener) Satz: „Gefährlich, aber interessant war die Zeit als Kriminalrat im Reichskriminalpolizeiamt in Berlin unter Arthur Nebe, doch unter die Haut und manchmal bis an die Nerven gingen mir die letzten Jahre als Kripochef in Köln.“ [13] Kiehne war schon 1932 NSDAP-Aktivist in seiner Zeit bei der Dortmunder Polizei gewesen, Sturmbannführer der SS und Mitarbeiter im Reichssicherheitshauptamt. Und er gehörte zu den Kriminalbeamten, die nach 1945 nicht nur ihre Karrieren in der Polizei nahtlos fortsetzen konnten, sondern sich damit hervortaten zu versuchen, die kriminologischen Überlegungen der NS-Zeit für die Kripoarbeit der Nachkriegsjahre nutzbar zu machen [14] . Es würde unzweifelhaft jeden Polizisten angefasst haben, mitschuldig für das furchtbare Verbrechen von Volkhoven gemacht zu werden, besonders aber wohl einen solchen, der immer wieder damit haderte, dass sich die (Kriminal-)Polizei im Rechtsstaat in festgesteckten Grenzen zu bewegen hat, deren Maßstab nicht in erster Linie polizeiliches Erfahrungswissen, sondern zuerst und vor allem die gesetzlichen Grundlagen sind.

Die Folgen des Attentats von Volkhoven waren grausam: Zehn Menschen hatten ihr Leben verloren, zwei Lehrerinnen im Alter von 24 und 61 Jahren und acht Kinder, die im Zeitraum von etwa drei Wochen nach dem Ereignis ihren schweren Verletzungen erlegen waren. Zwanzig Kinder und zwei Lehrerinnen verbrachten Monate in Kölner Krankenhäusern, versorgt und umhegt von engagierten Ärztinnen und Ärzten, Pflegerinnen und Pflegern, die in dieser Zeit zusammen mit den betroffenen Familien bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit geprüft wurden. Zum Teil schwebten die Schwerstverletzten noch Wochen nach dem Attentat in Lebensgefahr. Die Öffentlichkeit nahm weit über die Kölner Stadtgrenzen hinweg Anteil. Nachdem Spenden von über einer Million D-Mark eingegangen waren, gründete sich ein Unterstützerverein, der die Gelder verwaltete und die langfristige finanzielle Förderung der Opfer organisierte. Die Stadt Köln übernahm alle Kosten der Behandlung der Verletzten, finanzierte Erholungsaufenthalte und zahlte den Opfern Ausbildungsbeihilfen.

Noch heute erinnern die Gräber der verstorbenen Kinder und ihrer Lehrerinnen und ein an den Kindergräbern aufgestelltes Denkmal an die Amoktat von Volkhoven. Nach den ermordeten Lehrerinnen wurden Schulen im Kölner Norden und eine Straße in Volkhoven benannt. Walter Seifert war 1965 an einem geheimen Ort beigesetzt worden.

Literatur:

Bach, Anja: Das Attentat von Köln-Volkhoven. In: Geschichtswerkstatt des Bürgerzentrums Chorweiler e.V. (Hg.): Heimersdorf – Vom Hof zum Kölner Stadtteil. Köln 1997, S. 45-50.

Neue Illustrierte. Extraausgabe vom 13. Juni 1964: Der Kindermörder von Köln – wie ihn noch keiner sah. Das Todesdrama auf dem Schulhof.

Jürgensohn, Harald W. in Zusammenarbeit mit Polizeidirektor Winrich Granitzka: Der Feuerteufel von Volkhoven. Tatort Rheinland, Teil 4. In: Express, 2. August 2001, S. 16.

Kiehne, Karl: Polizeiaufsicht (Sicherungsaufsicht) in kriminalpolizeilicher Betrachtung. In: Bundeskriminalamt Wiesbaden (Hg.): Kriminalpolitische Gegenwartsfragen. Arbeitstagung im Bundeskriminalamt Wiesbaden vom 3. November bis 8. November 1958 über kriminalpolitische Gegenwartsfragen. Wiesbaden 1959. S. 173-185.

Ders.: Das Flammenwerfer-Attentat in Köln-Volkhoven. In: Archiv für Kriminologie, 136/1965. S. 61-75.

Ders.: Nicht nur Rosen aus dem Klingelpütz. Ein Kripochef berichtet aus seinem Leben. München 1972.

Peter, Barbara: Das Herz der Stadt stand still. Das Flammenwerfer-Attentat von Köln-Volkhoven. Köln 2004.

Schmidt, Peter-Philipp: Der Feuerteufel von Volkhoven. In: FAZ-online, 5. Juni 2014: www.faz.net/aktuell/gesellschaft/amoklauf-1964-der-feuerteufel-von-volkhoven-12974817.html (Stand: 12.06.2014)

Die Streife 3/1965, S. 2-5 und 4/ 1965, S. 20-22: Sonderaktion gegen Kölner Unterwelt.

Wagner, Patrick: Hitlers Kriminalisten. Die deutsche Kriminalpolizei und der Nationalsozialismus zwischen 1920 und 1960. München 2002.

Fußnoten

[1] Quelle: Nachlass Walter Volmer (Fotograf unbekannt). Foto entstand am Tag der offenen Tür beim Polizeipräsidium Köln am 1. September 1973. Darstellung spektakulärer Kriminalfälle, hier: die Amoktat von Volkhoven.
[2] Zitiert nach: Peter, Barbara: Das Herz der Stadt stand still. Das Flammenwerfer-Attentat von Köln-Volkhoven. Köln 2004, S. 62.
[3] Der Bericht vom 15.6.1964 ist bis auf kleine Auslassungen wörtlich wiedergegeben in: Peter, Das Herz der Stadt stand still, S. 19-21. Die Autorin Barbara Peter, die selbst als achtjährige Schülerin beim Attentat schwer verletzt worden war, lässt in ihrem Buch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu Wort kommen und zeichnet auf diese Weise eindrucksvoll nach, was die Amoktat für die Opfer und deren Familien bedeutete. Der hier folgende Text legt, da die „Historischen Fenster“ nordrhein-westfälische Polizeigeschichte skizzieren, den Schwerpunkt der Darstellung auf die polizeiliche Arbeit und deren öffentliche Wahrnehmung.
[4] Vgl. Peter, Das Herz der Stadt stand still, S. 63-64.
[5] Kiehne, Karl: Nicht nur Rosen aus dem Klingelpütz. Ein Kripochef berichtet aus seinem Leben. München 1972. S. 180-184.
[6] Kiehne, Nicht nur Rosen aus dem Klingelpütz, S. 188.
[7] Neue Illustrierte, Extraausgabe vom 13. Juni 1964: „Der Kindermörder von Köln – wie ihn noch keiner sah. Das Todesdrama auf dem Schulhof“, S. 4.
[8] Vgl. dazu etwa auch: Die Streife 3/1965, S. 2-5 und 4/ 1965, S. 20-22 : Sonderaktion gegen Kölner Unterwelt.
[9] Kiehne, Das Flammenwerfer-Attentat in Köln-Volkhoven. In: Archiv für Kriminologie, 136/1965. S. 61-75; Kiehne, Nicht nur Rosen aus dem Klingelpütz.
[10] Kiehne, Nicht nur Rosen aus dem Klingelpütz, S. 193.
[11] Kiehne, Nicht nur Rosen aus dem Klingelpütz, S. 191-192.
[12] Kiehne, Polizeiaufsicht (Sicherungsaufsicht) in kriminalpolizeilicher Betrachtung. In: Bundeskriminalamt Wiesbaden(Hg.): Kriminalpolitische Gegenwartsfragen, Arbeitstagung im Bundeskriminalamt Wiesbaden vom 3. November bis 8. November 1958 über kriminalpolitische Gegenwartsfragen. Wiesbaden 1959. S. 173-185, zitiert nach: Wagner, Patrick: Hitlers Kriminalisten. Die deutsche Kriminalpolizei und der Nationalsozialismus zwischen 1920 und 1960. München 2002. S. 178.
[13] Kiehne, Nicht nur Rosen aus dem Klingelpütz. Ein Kripochef berichtet aus seinem Leben. München 1972, S. 13.
[14] Vgl. dazu: Wagner, Hitlers Kriminalisten, S. 178.