Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen

hilfefinder.de
Neues kostenfreies Internetportal für Verkehrsunfallopfer

Bild: Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland (VOD)
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Von Peter Schlanstein 2. August 2019 Forschung und Transfer


Noch beim vergangenen Deutschen Verkehrsexpertentag 2018, der in einer Kooperation mit der FHöV NRW in Münster ausgerichtet worden ist, mahnte NRW-Innenminister Herbert Reul, für Verkehrsunfallopfer werde „die sichere Teilhabe am Straßenverkehr zerstört" und der Unfall sei „nicht vorbei, wenn der Wagen weggeräumt ist". Nicht nur die Fortführung des Berufs könne nach einem Unfall eine ganz große Herausforderung bedeuten, manchmal gelinge auch die vollständige Genesung nicht. Dann müsse für den Betroffenen ein neuer Weg gefunden werden, und „dazu bedarf es Hilfe und Unterstützung", so der Minister. Deshalb sei die „schnelle und effektive Betreuung und Versorgung nach einem Verkehrsunfall zu verbessern".

Michael Frücht, Direktor des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW (LAFP NRW), ergänzte den Appell des Ministers mit der Forderung, dass in der Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei neben der Verkehrsunfallprävention, der Verkehrsüberwachung und der Verkehrstechnik (den sogenannten „Three E's of Road Safety") die Öffentlichkeitsarbeit als vierte Aufgabe und „als fünfte Säule der Opferschutz" hinzutreten müsse. An der FHöV NRW haben Opferschutzes und Opferhilfe einen festen Platz im modularisierten Bachelorstudiengang Polizeivollzugsdienst.

Tatsächlich kann ein Verkehrsunfall eine Lebensplanung in nur wenigen Sekunden über den Haufen werfen. Zwar werden Schäden an Fahrzeugen meistens zügig und qualitativ gut behoben. Die beteiligten Menschen mit körperlichen und seelischen Verletzungen hingegen kommen oftmals zu kurz, denn sie werden immer wieder von den zuständigen Kostenträgern abgewiesen oder eingeschränkt. Unfallopfer müssen oftmals nicht nur mit körperlichen und seelischen Verletzungen weiterleben. Sie stehen auch allein da, ratlos und hilflos, wenn es um die Kosten des Unfalls und ihrer persönlichen und beruflichen Rehabilitation geht.

Nunmehr gibt die neue Internetseite  hilfefinder.de Verkehrsunfallopfern, deren Angehörigen, Zeugen und Helfern Informationen zum Thema psychische Unfallfolgen. Ziel ist es, eine schnelle Versorgung für psychisch belastete Unfallbeteiligte zu gewährleisten. Parallel zur Entwicklung des Hilfefinders wurde eine Qualitätskontrolle durchgeführt.

Das im Rahmen eines Projekts unter Mitwirkung der FHöV NRW zusammen mit der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) und der Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland (VOD) entwickelte und jetzt bereitgestellte Internetportal ermöglicht das schnelle Finden von professionellen Hilfsangeboten und Kontaktadressen zu Institutionen, die erste Unterstützung bieten. Zudem lässt sich auf der Website anhand eines Trauma-Checks prüfen, ob man in Folge des Unfalls psychische Belastungssymptome aufweist.

Der  Hilfefinder ist ein kostenfreies Internetportal, das durch die zuvor genannten Projektbeteiligten in nur wenigen Monaten entwickelt wurde und nun regelmäßig aktualisiert wird. Es soll helfen, die Situation für Verkehrsunfallopfer mit psychischen Problemen zu verbessern.