Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen

Delegation in Moskau
Vizepräsident Reinhard Mokros und Claus-Peter Schuch besuchen die Moskauer Universität des Innenministeriums

13. März 2009

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In der Zeit vom 16.02.2009 bis zum 19.02.2009 besuchte eine Delegation des Innenministeriums Nordrhein-Westfalen, der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW und des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW die Moskauer Universität des Innenministeriums.

Die gesamte Leitung der Moskauer Universität, angeführt vom Leiter des Departments Personal des Innenministeriums Russlands und Leiter der Universität, Vladimir Jakovlevitsch Kikot, einschließlich einer Vielzahl von Lehrstuhlinhabern zeigte sich in der lebhaften und durchaus kontroversen Diskussion sehr interessiert am Sachstand des „Bachelorstudiengangs PVD“.

Vorgestellt wurden durch die Vertreter der nordrheinwestfälischen Delegation die wesentlichen Meilensteine bis zur Einführung, die zeitlichen und inhaltlichen Abläufe sowie die zur Gewährleistung des Ausbildungs- und Berufserfolges praktizierte Vernetzung der drei Bildungsträger (FHöV NRW, LAFP NRW sowie die Ausbildungsbehörden) innerhalb des dreijährigen Studiums.

Es sei feste Absicht des Innenministers Russlands, den Bachelor auch für die Ausbildung der Polizei in Russland einzuführen, so der Leiter der Universität. Er betonte in seinem Plädoyer die Wichtigkeit eines kontinuierlichen Austausches zwischen Experten der drei Bildungsträger einschließlich des Innenministeriums NRW und der Leitung der Moskauer Universität einschließlich der Leiterinnen und Leiter der an der Universität vorhandenen Lehrstühle. Es gehe auch darum, Gemeinsamkeiten in der Ausbildung zu identifizieren und im Rahmen der Best-practise-Modelle voneinander zu lernen. Als ein Beispiel dafür habe man auf Seiten der Moskauer Universität bereits etwas Gutes übernommen und die Powerpointpräsentation zu den Ausbildungseinheiten innerhalb des fünfjährigen Studiums an der Moskauer Universität angepasst, so der stellvertretende Leiter der Universität, Sergej Stepanovitsch Zhevlakovitsch und als einen ersten Lernschritt mit Kenntnisnahme der Fachtermini des „modularen Aufbaus des Bachelor PVD“ die eigenen Einheiten in „Module“ umbenannt.

Die Delegation und die Leitung der Universität des Innenministeriums vereinbarten, dass auf der Ebene der Studierenden bereits ab diesem Jahr beginnend ein Studierendenaustausch erfolgen und mittel- bis langfristig zu einem festen Baustein des Bachelorstudiums weiterentwickelt werden soll. Ein Rundgang durch die Moskauer Universität, an der mehr als 22.000 Studierende studieren, ergab insgesamt ein Bild hoher Professionalität in der Ausbildung von Polizeibeamten an der Universität des Innenministeriums.

Interessante Ansätze zeigten sich z.B. bei der Auswahl und Qualifizierung von Lehrenden mit Blick auf die Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten und der Gewährleistung der Praxisnähe, dem Ressourcen schonenden und umweltbewussten Einsatz von Sachmitteln in der Schiessausbildung, der Ausstattung der Hörsäle, dem Einsatz modernster IT-Technologie und E-learning-Angeboten sowie der Fürsorge des Dienstherrn gegenüber Studierenden und Beschäftigten der Universität.

Sowohl den Studierenden als auch den Beschäftigten steht ein speziell ausgestatteter „Raum der Stille“ zur Verfügung, in dem im Rahmen eines institutionalisierten Beratungsansatzes sowohl Einzel- als auch Gruppengespräche mit professioneller Unterstützung angeboten und nach Auskunft der Psychologin auch angenommen werden. Die Annahme des Beratungsangebotes im „Raum der Stille“ gilt nicht nur im Rahmen der Krisenintervention, sondern deutlich mehr für die Nutzung als fester Bestandteil des Arbeitsalltags. So sei es üblich, dass sich die Universitätsleitung, aber auch Arbeits- und Projektgruppen in den Raum begeben, um dort in entspannter Atmosphäre bewusst zu entspannen oder „wieder aufzutanken“ und so die Produktivität zu erhöhen bei gleichzeitiger Steigerung der Arbeitszufriedenheit.