Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen

Übersicht
Forschungszentren der FHöV NRW

Forschungszentren an der FHöV NRW

Auf der Grundlage der Forschungskonzeption der FHöV NRW wurden im Dezember 2011 zwei Forschungszentren gegründet. Ein weiteres Institut wurde im Jahr 2017 gegründet.


Diese Forschungszentren sollen für die Bereiche

  • die an der FHöV NRW vertretenen wissenschaftlichen und berufspraktischen Kompetenzen bündeln, vernetzen und repräsentieren,
  • profilbildend wirken,
  • mit Behörden und Wissenschaftseinrichtungen kooperieren,
  • unterschiedliche Themenfelder der beiden Bereiche abdecken,
  • drittmittelfähig sein und
  • angewandte Forschung leisten.

 Polizei- und Kriminalwissenschaften (IPK)
Dezember 2011

Personal und Management der öffentlichen Verwaltung (IPM)
September 2011

Geschichte und Ethik (IGE)
 Juni 2017

Projekte

64 Einträge gefunden
  • Erstellt am: 15.11.2019 07:0 Zuletzt bearbeitet am: 18.11.2019 08:0
    Konstellationen des Verhältnisses von religiösen Minderheiten- und Mehrheiten in pluralen Gesellschaften

    Projektzeitraum: 01.10.2019 - 30.09.2022
    Drittmittelprojekt aktuell laufend

    Das Projekt wurde als wissenschaftliches Netzwerk der Deutschen Forschungsgemeinschaft zusammen mit der Universität Leipzig eingeworben. Es befasst sich mit Konstellationen des Verhältnisses von religiösen Minderheiten- und Mehrheiten im Kontext einer gegenwärtigen, religiös und kulturell pluralen Gesellschaft. Dabei ist folgende Forschungsfrage leitend: Wie werden religiöse Minderheiten und Mehrheiten diskursiv konstituiert, d. h. wie verstehen sie sich selbst und wie werden sie von anderen Teilen der Gesellschaft als ‚Minderheit‘ / ‚Mehrheit‘ wahrgenommen und adressiert.

    Insgesamt sind fünf Treffen geplant, die in Form von wechselnden Arbeitsmeetings, Tagungen und Workshops stattfinden sollen. Um die Arbeit des Netzwerks sichtbar zu machen, sind wissenschaftliche Publikationen sowie die Einrichtung einer Website geplant: https://relmmk.home.blog/

     

     

    Externes Projekt | Universität Leipzig

    Linktext Forscher/innen
    Konstellationen des Verhältnisses von religiösen Minderheiten- und Mehrheiten in pluralen Gesellschaften

    Das Projekt wurde als wissenschaftliches Netzwerk der Deutschen Forschungsgemeinschaft zusammen mit der Universität Leipzig...
    Dr. Sarah Jadwiga Jahn

  • Erstellt am: 18.11.2019 08:0 Zuletzt bearbeitet am: 13.12.2019 11:0
    Konstellationen des Verhältnisses von religiösen Minderheiten- und Mehrheiten in pluralen Gesellschaften

    Projektzeitraum: 01.10.2019 - 30.09.2022
    Drittmittelprojekt aktuell laufend

    Konstellationen des Verhältnisses von religiösen Minderheiten- und Mehrheiten in pluralen Gesellschaften (01.10.2019-30.09.2021 )

    Das Projekt wurde als wissenschaftliches Netzwerk der Deutschen Forschungsgemeinschaft zusammen mit der Universität Leipzig eingeworben. Es befasst sich mit Konstellationen des Verhältnisses von religiösen Minderheiten- und Mehrheiten im Kontext einer gegenwärtigen, religiös und kulturell pluralen Gesellschaft. Dabei ist folgende Forschungsfrage leitend: Wie werden religiöse Minderheiten und Mehrheiten diskursiv konstituiert, d. h. wie verstehen sie sich selbst und wie werden sie von anderen Teilen der Gesellschaft als ‚Minderheit‘ / ‚Mehrheit‘ wahrgenommen und adressiert.

    Insgesamt sind fünf Treffen geplant, die in Form von wechselnden Arbeitsmeetings, Tagungen und Workshops stattfinden sollen. Um die Arbeit des Netzwerks sichtbar zu machen, sind wissenschaftliche Publikationen sowie die Einrichtung einer Website geplant: https://relmmk.home.blog/

    Externes Projekt | Universität Leipzig

    Linktext Forscher/innen
    Konstellationen des Verhältnisses von religiösen Minderheiten- und Mehrheiten in pluralen Gesellschaften

    Konstellationen des Verhältnisses von religiösen Minderheiten- und Mehrheiten in pluralen Gesellschaften (01.10.2019-30.09.2021 ) ...
    Dr. Sarah Jadwiga Jahn

  • Erstellt am: 14.11.2019 10:0 Zuletzt bearbeitet am: 15.11.2019 07:0
    Ethisch Führen. Chancen einer werteorientierten Personalführung unter besonderer Berücksichtigung der öffentlichen Verwaltung

    Projektzeitraum: 01.09.2019 - 31.08.2020
    Forschungszentrum Institut für Geschichte und Ethik (IGE) aktuell laufend

    Die Personalführung ist ein zentraler Bestandteil des Personalmanagements. In kaum einem anderen Feld des Personalmanagements lassen sich derart viele Publikationen, Beratungsangebote und Forschungsaktivitäten finden. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit explizit ethischer Personalführung wurde dagegen lange Zeit weitgehend vernachlässigt. Ethische Personalführung bzw. Führungsethik ist eine noch relativ neue wissenschaftliche „Disziplin“. Erst in den letzten 5-10 Jahren sind in zunehmendem Ausmaß Buchpublikationen zu diesem Themenfeld zu verzeichnen. Die Autoren/innen dieser Werke stammen selten aus dem Bereich der wissenschaftlichen Ethik, sondern häufig aus den Wirtschaftswissenschaften, der Psychologie oder sogar der Neurobiologie. Entsprechend vielfältig und uneinheitlich sind die darin begründeten Begriffe und Verständnisse von ethischem Führen.

    Nicht nur die unterschiedlichen „Herkünfte“ erschweren den Zugriff auf dieses Themenfeld, sondern auch die unterschiedlichen Intentionen, die den jeweiligen Werken zugrunde liegen. So versuchen einigen Autoren/innen durch die Reduktion auf wenige zentrale, einfache und zugleich möglichst spektakuläre Thesen Aufmerksamkeit zu erzeugen, um ihre Ideen und sich selbst als deren Träger anschließend optimal vermarkten zu können. Hierbei handelt es sich streng genommen eher um „Beraterliteratur“. Grundsätzlich ist dies nicht zu beanstanden, da auch so im besten Fall wichtige Anregungen und Ideen in die öffentliche wie wissenschaftliche Diskussion eingebracht werden können. Wissenschaftlich betrachte, bleiben diese Werke jedoch oft inhaltlich unausgewogen und unterkomplex.

    Den genau gegenteiligen Weg gehen einige andere Autoren/innen aus dem universitären Kontext, die derart um wissenschaftliche Redlichkeit bemüht sind, dass bei der Fülle der dargestellten Ansätze deren kritische Reflexion oder gar die Entwicklung eigener Ideen weitgehend unterbleibt.

    Das geplante Buchprojekt versucht einen Mittelweg zwischen den dargestellten Extrempolen zu beschreiten. Dabei sollen auch Spezifika der Personalführung in der öffentlichen Verwaltung erörtert werden.

    Folgende Fragen sollen dabei leitend sein: 1) Was konkret bedeutet „ethisch Führen“ und wie lässt sich der Begriff inhaltlich abgrenzen von Begriffen wie beispielsweise „gutes Führen“ und „erfolgreiches Führen“? Mit welchen Begriffen agieren „traditionelle“ und aktuelle Ansätze? 2) Was macht ein Gesamtkonzept guter Führung aus und welche Komponenten sind dabei wie zu berücksichtigen? 3) Wie lässt sich der Zusammenhang von Ethik und Erfolg in der Personalführung zutreffend beschreiben? Welche Rolle spielt dabei die Handlungsmotivation? 4) Woran orientiert sich die Idee der „menschengerechten Führung“ und kann diese als Leitbild für ethisch-gute Führung dienen? 5) Welche Bedeutung hat Vertrauen im Kontext von Führung? 6) Ist die Vermittlung von „Sinn“ notwendiger Bestandteil von ethisch-guter Führung? Und welche möglichen Spannungsfelder (z.B. Sinnvermittlung von außen versus Autonomie) sind dabei zu berücksichtigen? 7) Welche besonderen Herausforderungen ergeben sich für das ethisch-gute Führen im Kontext der öffentlichen Verwaltung?

    Forscher/innen
    Ethisch Führen. Chancen einer werteorientierten Personalführung unter besonderer Berücksichtigung der öffentlichen Verwaltung

    Die Personalführung ist ein zentraler Bestandteil des Personalmanagements. In kaum einem anderen Feld des Personalmanagements lassen...
    Dr. Christoph Giersch

  • Erstellt am: 14.11.2019 11:0 Zuletzt bearbeitet am: 15.11.2019 07:0
    Kritik der Macht der öffentlichen Verwaltung

    Projektzeitraum: 01.09.2019 - 31.08.2020
    Forschungszentrum Institut für Geschichte und Ethik (IGE) aktuell laufend

    Das Projekt “Kritik der Macht der öffentlichen Verwaltung” hat zum Ziel, verschiedene Dimensionen der Macht der öffentlichen Verwaltung zu differenzieren und einer kritischen Betrachtung zu unterziehen. Die Ausgangsthese liegt in der Annahme, dass sich ein Verständnis der Macht der öffentlichen Verwaltung nicht allein auf die Befugnisse beschränkt, mit denen deren Mitarbeiter*innen ausgestattet sind. Es soll deshalb erforscht werden, inwiefern die Macht der öffentlichen Verwaltung auch soziale und kulturelle Faktoren einfließen, und wie sich dies in deren Entscheidungsprozessen zeigt. Die methodische Vorgehensweise diese Projektes liegt im Dialog von Theorie und Praxis: Es werden verschiedene ethische Konzepte und Kritik von sozialer und kultureller Macht herangezogen. Diese werden zu Erfahrungen der Macht öffentlicher Verwaltung durch deren Kund*innen sowie Mitarbeiter*innen in Beziehung gesetzt. Gegenstand dieses Projektes sind zum einen das Phänomen Armut und daraus hervorgehende Angewiesenheit auf Entscheidungen und Leistungen durch verschiedene Behörden. Zum anderen soll das Phänomen der Migration unter Berücksichtigung der Erfahrungen von Migrant*innen im Umgang mit staatlichen Behörden analysiert werden. Ein drittes Phänomen, das in diesem Projekt behandelt wird, fokussiert sich auf die Perspektive der Mitarbeiter*innen der öffentlichen Verwaltung hinsichtlich ihrer Möglichkeiten Widerspruch und Kritik an Machtmissbrauch, auch in seinen sozialen und kulturellen Dimensionen, in der öffentlichen Verwaltung zu hegen. Dieses Projekt ist für die Studienjahre 2019/20 - 2020/21 angelegt: Im Studienjahr 2019/20 soll eine Fachtagung veranstaltet werden, auf der jeweils Experten aus Perspektive der Praxis und aus Perspektive der Wissenschaft über eines der genannten Phänomene referieren. Im Studienjahr 2020/21 wird ein Sammelband mit Beiträgen aus Wissenschaft und Praxis in einem wissenschaftlichen Verlag veröffentlicht. Dieses Projekt ist im IGE verortet und betrachtet sich somit als Beitrag zur  Entwicklung einer wissenschaftlich fundierten Verwaltungsethik, die zum einen bestehende ethische Theorieansätze aufnimmt, diese dann aber in Bezug zur Praxis der Verwaltung stellt.

    Forscher/innen
    Kritik der Macht der öffentlichen Verwaltung

    Das Projekt “Kritik der Macht der öffentlichen Verwaltung” hat zum Ziel, verschiedene Dimensionen der Macht der öffentlichen...
    Nanina Marika Sturm , Emanuel John

  • Erstellt am: 14.11.2019 11:0 Zuletzt bearbeitet am: 15.11.2019 07:0
    Studien zu Rechtsextremismus und Polizei unter besonderer Berücksichtigung des NSU-Falles

    Projektzeitraum: 01.09.2019 - 31.08.2020
    Forschungszentrum Institut für Geschichte und Ethik (IGE) aktuell laufend

    Die Problemlagen des Rechtsextremismus im Zusammenhang mit den NSU-Skandal sind offenkundig, ihre Erforschungen, mögliche Präventionen oder sogar Behebungen sind jedoch komplex. Die Aktualität rechter Gewalt bricht nicht nur immer wieder im Zuge von Migration auf, sondern hat gerade im Umfeld des NSU-Falles eine bedenkliche Kontinuität bezeugt und zuletzt sogar mit den Angriffen gegen eine Rechtsanwältin der Nebenkläger und ihre Tochter eine beunruhigende offenkundige Verbindung zu fünf Beamten der hessischen Polizei offenbart. Die Situation wird durch die Popularität rechter Parteien hierzulande und in Europa und ihren Populismus insofern weiter verschärft, als unmenschliche Positionen wieder im gesellschaftlichen Diskurs hoffähig gemacht werden. Umso mehr gilt es, Gründe und Wege rechter Gewalt zu erforschen und zu differenzieren, um eine Sensibilisierung innerhalb der Institution Polizei zu erwirken und damit auch die Prävention gegen rechte Gewalt innerhalb der eigenen Reihen, aber natürlich auch für die Gesellschaft zu befördern.

    Dieses Forschungsprojekt, dem bereits gemeinsame Forschungen vorausgehen, sieht zum einen – für den theoretischen Ertrag – einen gemeinsamen Aufsatz zur Thematik vor, der insbesondere die ethischen und einsatztaktischen Überlegungen und Problemstellungen miteinander verknüpft und bedenkt, und für den praktischen Teil einen Studientag. Am Studientag gibt es Impuls-Vorträge ausgewählter Fachkräfte und Forscher sowie Workshops für die Studierenden. Die Studierenden sollen ebenfalls in die Lage versetzt werden, ihre Ergebnisse vorzustellen und zu diskutieren.

    Dieses Format ist für einen ganzen Einstellungsjahrgang geplant. Aus dem Studientag könnte sowohl eine Fachtagung als Fortführung entstehen als auch ein (vielleicht sogar bundesweiter) Aktionstag der FHöV NRW in Zusammenarbeit mit der Polizei gegen rechte Gewalt.

    Ziele der beiden oben zunächst anvisierten Projektteile sind neben der genannten Sensibilisierung für rechte Gewalt und Rechtsextremismus, ihrer fachlichen Differenzierung als Basis für konkrete Präventionsarbeit, auch eine Beförderung einer kritischen Fehlerkultur innerhalb der Polizei.

    Wesentliche Fragestellungen:

    Welche ethischen, organisationssoziologischen und einsatztaktischen Problematiken liegen dem NSU-Skandal zugrunde?

    Welche Folgen für die polizeiliche Aus- und Fortbildung wirft der NSU-Skandal auf?

    Ist Hasskriminalität in Form rechter Gewalt ein Problem, das die Polizei in der Ausbildung und dem täglichen Dienst unterschätzt?

    Forscher/innen
    Studien zu Rechtsextremismus und Polizei unter besonderer Berücksichtigung des NSU-Falles

    Die Problemlagen des Rechtsextremismus im Zusammenhang mit den NSU-Skandal sind offenkundig, ihre Erforschungen, mögliche...
    Dr. Vanessa Salzmann , Dr. Frauke Annegret Kurbacher

  • Erstellt am: 14.11.2019 12:0 Zuletzt bearbeitet am: 15.11.2019 07:0
    Bausteine zur Ethik der öffentlichen Verwaltung. Pflichten gegenüber der Gemeinschaft

    Projektzeitraum: 01.09.2019 - 31.08.2020
    Forschungszentrum Institut für Geschichte und Ethik (IGE) akuell laufend

    Dreh- und Angelpunkt einer Ethik der öffentlichen Verwaltung ist das „Ethos des Amtes“ und damit der „Dienst“ für das Gemeinwohl („bonum commune“): Das Amt, das durch den Beamten verwaltet wird, verlangt von ihm ein uneigennütziges Tun (§34 S.2 BeamtStG), d.h. den Verzicht auf die Verfolgung privater bzw. partikulärer Interessen zugunsten der res publica. In dieser strikten Orientierung am Gemeinwohl hat das Berufsbeamtentum eine Verpflichtung radikalisiert, die einmal mit derjenigen des Bürgers als Citoyen identisch war („Jeder Staatsbürger ist Staatsbeamter“: Novalis), inzwischen aber unter den Bedingungen des modernen Liberalismus und Individualismus weitgehend verschwunden zu sein scheint: die Verpflichtung des Menschen gegenüber der Gemeinschaft. Eben diese (missbrauchsanfällige) Verpflichtung kann – das zu zeigen ist ein wichtiges Anliegen des Forschungsvorhabens – ein verbindendes Zentrum einer Ethik der öffentlichen Verwaltung und komplementär dazu einer Staatsbürgerethik bilden.

    Diese Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft soll daher im Rahmen des Forschungsprojektes ausdrücklich zweiseitig – für den Verwaltungsmitarbeiter wie für den „Verwaltungskunden“ – diskutiert werden und zwar an zwei herausragenden Problemfeldern:

    (1) Zum einen will das Forschungsvorhaben der Frage nachgehen werden, ob es eine ethisch begründbare Pflicht des Polizeibeamten zum „Opfer des eigenen Lebens“ gibt?

    (2) Zum anderen soll es um die aus einer verwaltungsinternen Perspektive sicher irritierenden Frage gehen, ob es für den Bürger überhaupt eine moralische Verpflichtung gibt, sich den Gesetzen eines Staates und den darin begründeten behördlichen Maßnahmen zu unterwerfen („Rechtsgehorsamspflicht“).

    Beide Themenfelder sind gleichermaßen radikal wie aktuell: sie sind „radikal“, insofern sie einerseits (1) den äußersten Ernstfall menschlicher Selbstaufgabe („Altruismus“) bzw. andererseits (2) die apriorische Voraussetzung des Rechtsstaates betreffen; und sie sind „aktuell“, weil sie sich (1) einerseits auf die gegenwärtigen Herausforderungen durch den internationalen Terrorismus beziehen bzw. andererseits (2) die zunehmende Erosion unserer Demokratie- und Rechtsstaatskultur in den Blick nehmen. 

    Forscher/innen
    Bausteine zur Ethik der öffentlichen Verwaltung. Pflichten gegenüber der Gemeinschaft

    Dreh- und Angelpunkt einer Ethik der öffentlichen Verwaltung ist das „Ethos des Amtes“ und damit der „Dienst“ für das Gemeinwohl...
    Dr. Tobias Trappe

  • Erstellt am: 14.11.2019 12:0 Zuletzt bearbeitet am: 15.11.2019 07:0
    Geschichte der Polizei in Mülheim an der Ruhr

    Projektzeitraum: 01.09.2019 - 31.08.2020
    Forschungszentrum Institut für Geschichte und Ethik (IGE) aktuell laufend

    Die Geschichte der Polizei im Sinne einer Behörde, die für Sicherheit und Ordnung zuständig ist, reicht im Ruhrgebiet bis ins späte 18. Jahrhundert zurück. Zuvor bezeichnete der Begriff „Polizei“ lediglich einen Aufgabenkreis des Staates, der außer dem Militär- und Finanzwesen fast alles umfasste, was an staatlichem Handeln nur denkbar war. Die Verteidigung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung war bis dahin über eine Vielzahl von Akteuren verteilt. Am Ende des 18. Jahrhunderts entwickelt sich in bescheidenem personellem Umfang und ohne geordnetes Ausbildungswesen in den seinerzeit noch kleinen Städten des Ruhrgebiets ein polizeiliches Behördenwesen. Die Polizeien waren zunächst allerorten den Bürgermeistern der Städte unterstellt. Nachdem nach der Jahrhundertwende oft nur eine Handvoll Polizeibeamte für die Sicherheit  in den Städten zuständig waren, wuchsen die Organisationen parallel zu der rasanten wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung, die die Ruhrgebietsstädte ab Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem verstärkten Aufkommen des Bergbaus und der Montanindustrie nahmen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam es zu zahlreichen Spezialisierungen innerhalb der Polizeibehörden, die nicht nur für die Gefahrenabwehr und die Strafverfolgung, sondern in hohem Maße auch für ordnungsbehördliche Aufgaben (z. B. Melde-, Feuerschutz-, Hygiene-, Markt-, Bau- oder Bestattungswesen) zuständig waren. Neben den ordnungsbehördlichen und den schutzpolizeilichen Organisationseinheiten kam es auch zur Einrichtung von Kriminalpolizeien, die sich mit Blick auf die Vielfalt der Verbrechenstypen zu Beginn des 20. Jahrhunderts stark ausdifferenzierten und in Fachkommissariaten organisierten.

    Mit dem Ende des Kaiserreichs hatte die Polizei mit den Problemen zu kämpfen, die Kriegs- armut, Revolten politisch rechts- und linksgerichteter Gruppen sowie die Ruhrbesetzung durch die Franzosen mit sich brachten. Gegen Ende der Weimarer Republik stand die Polizei schließlich im wörtlichen Sinne im Kreuzfeuer von Kommunisten und Nationalsozialisten, die sich auf der Straße mit Waffengewalt bekämpften und nicht selten auch gewaltsam gegen die Polizei vorgingen.

    Die nationalsozialistische Machtergreifung führte zu einer kompletten Umgestaltung der Polizei, die nun sukzessive mit nationalsozialistischen Organisationen verschmolzen wurde und organisatorisch und programmatisch dem rassistischen und minderheitenintoleranten Regime unterworfen wurde. Sowohl die Schutzpolizei vor Ort und in Kriegsgebieten (Polizeibataillone) wie auch die Kriminalpolizei in Form der Gestapo waren zunehmend aktiv in das Verfolgungsprogramm der Hitlerregierung gegen Juden, Kommunisten, Homosexuelle und andere missliebige Gruppen involviert.

    Mit dem Zusammenbruch Nazi-Deutschlands musste sich auch die Polizei im Ruhrgebiet dem Willen der Alliierten, die in Deutschland einmarschiert waren, unterwerfen und sich dem Programm der Demokratisierung, Denazifizierung und Demilitarisierung stellen. Die Polizeien wurden unter der britischen Militärregierung in kleine lokale/regionale Einheiten, die Stadt-

    kreis- und Regierungsbezirkspolizeien, zergliedert, um jede Gefahr einer starken, paramilitärisch organisierten und gegen die neuen Machthaber gerichteten Polizei zu bannen. Trotz der Entnazifizierungsbemühungen der Alliierten und einer hohen Zahl von Entlassungen von Polizeibeamten fanden nach und nach zunehmend nationalsozialistisch belastete Polizeibeamte wieder den Weg zurück in ihren alten Beruf und bestimmten für die kommenden Jahr- zehnte den Geist der Polizei. Erst in den 60er Jahren trat ein Wandel zu einer modernen und zunehmend dem militärischen Gedankengut der Nazi-Polizei abschwörenden Polizei ein. Mit der Wiedereinführung der staatlichen Polizei im Jahr 1953 wurden rund 80 Kreispolizeibehörden in Nordrhein-Westfalen eingerichtet, die in der Folgezeit zahlreichen organisatorischen und programmatischen Wechseln ausgesetzt waren.

    Über die Geschichte der Mülheimer Polizei bis zum Ende des 2. Weltkrieges ist bislang sehr wenig bekannt. Nach dem Wiederaufbau ab 1945 bis heute wechselte sie mehrfach organisatorisch zwischen einer Eigenständigkeit als Kreispolizeibehörde und einer Zugehörigkeit zu den Polizeibehörden Oberhausen und Essen. Mit dem Jahr 2007 wurde zuletzt die Eigenständigkeit der Polizei Mülheim als Polizeipräsidium durch die Landesregierung aufgehoben und die Organisation in das Gefüge des Polizeipräsidiums Essen eingegliedert. Dieser Status der Behördenorganisation entspricht dem heutigen Stand.

    Die Behördengeschichte der Mülheimer Polizei ist bisher nirgendwo zusammenhängend do- kumentiert und weitestgehend unerforscht. Ein Verständnis der Entwicklung der Polizei lässt sich nicht alleine aus einem großflächigen Überblick über das Geschehen der Polizei der Rheinprovinz bzw. des späteren Nordrhein-Westfalen gewinnen. Es ist vielmehr erforderlich, die Entwicklungsgeschichte einzelner Polizeibehörden in ihren Details zu erforschen, um den Status Quo der heutigen Polizei verstehen zu können. Aus diesem Grunde soll die Geschichte der Mülheimer Polizei, deren örtlichen Verhältnisse dem Antragsteller zumindest zum Teil bekannt sind, erforscht werden. Einen nennenswerten Überblick über Polizeibehördengeschichte gibt es für Nordrhein-Westfalen  bisher nur für Essen, Gelsenkirchen und Minden. Die Erforschung der Geschichte einer weiteren Polizeibehörde könnte das Wissen über die nordrhein-westfälische Polizei insofern erweitern und verdeutlichen, welche Entwicklungen in den Polizeibehörden möglicherweise individuell und welche verallgemeinerbar sind. Um der Aufarbeitung der Behördengeschichte nachhaltig zu gestalten, ist geplant, neben einer eigenen Erforschung der Geschichte durch den Antragsteller das Polizeipräsidium Essen mit dem Ziel zu beraten, die weitere geschichtliche Entwicklung der Mülheimer Polizei eigen- ständig zu dokumentieren und damit für die Nachwelt zu konservieren.

    Forscher/innen
    Geschichte der Polizei in Mülheim an der Ruhr

    Die Geschichte der Polizei im Sinne einer Behörde, die für Sicherheit und Ordnung zuständig ist, reicht im Ruhrgebiet bis ins späte...
    Dr. Frank Kawelovski

  • Erstellt am: 15.11.2019 07:0
    Die fiktive Fortschreibung der dienstlichen Beurteilung

    Projektzeitraum: 01.09.2019 - 31.08.2020
    Forschungszentrum Forschungszentrum Personal und Management (FPM) aktuell laufend

    “Fiktive Fortschreibung der Beurteilung“ Die fiktive Fortschreibung einer dienstlichen Beurteilung, auch Nachzeichnung genannt, wurde durch die Rechtsprechung für Fälle der Abwesenheit insbesondere von Personalratsmitgliedern entwickelt. Sie ist in NRW seit 2013 durch eine Änderung in § 93 Abs. 2 LBG NRW ermöglicht worden und wurde 2015 in § 9 LVO NRW auch für Fälle der Abwesenheit bei Elternzeit normiert. Ihr Zweck ist es, den beruflichen Werdegang in der Zeit, in der ein/e Beamtin/er aus bestimmten Gründen ihre/seine amtsbezogenen Leistungen nicht erbringen kann, nicht ins Stocken geraten zu lassen. Anders gesagt soll ein Bewährungsvorsprung von durchgängig beschäftigten Kolleg*innen ausgeglichen werden. Die bisherigen Beurteilungen, die während der Abwesenheit nicht turnusgemäß erneuert werden können, werden daher prognostisch fortgeschrieben.

    Die Fortschreibung der dienstlichen Beurteilung ist stark umstritten und führte auch bereits zu verschiedenen Gerichtsverfahren. Viele Länder haben bewusst von dieser Methode Abstand genommen. Zuletzt hat das Bundesverwaltungsgericht das Rechtsinstitut zwar bestätigt, die genaue Verfahrensweise sowie die grundsätzliche Zulässigkeit sind indes weiter stark umstritten.

    Forscher/innen
    Die fiktive Fortschreibung der dienstlichen Beurteilung

    “Fiktive Fortschreibung der Beurteilung“ Die fiktive Fortschreibung einer dienstlichen Beurteilung, auch Nachzeichnung genannt, wurde...
    Dr. Lars Oliver Michaelis

  • Erstellt am: 25.11.2019 19:0 Zuletzt bearbeitet am: 25.11.2019 19:0
    Bilanzierung und Haushaltsführung der Kommunen nach dem 2. NKF-Weiterentwicklungsgesetz

    Projektzeitraum: 01.09.2019 - 31.08.2020
    Einzelprojekt aktuell laufend

    Im Dezember 2018 hat der Landtag NRW das 2. NKF-Weiterentwicklungsgesetz verabschiedet, welches zum 1.1.2019 in Kraft getreten ist. Dadurch wurden diverse Vorschriften betreffend die Haushaltswirtschaft der Gemeinden, die Rechnungsprüfung und die wirtschaftliche Betätigung (§§ 75-118 GO NRW) geändert. Im Zuge des 2. NKF-Weiterentwicklungsgesetzes hat das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung auch die GemHVO NRW durch die KomHVO NRW ersetzt, um eine Anpassung der untergesetzlichen Detailregelungen zur Haushaltswirtschaft an die veränderten Vorschriften der GO NRW zu gewährleisten.

    Ziel des Forschungsprojektes ist es, die aus dem 2. NKF-Weiterentwicklungsgesetz (und dem damit verbundenen Erlass der KomHVO NRW) resultierenden Änderungen für die Bilanzierung und Haushaltsführung der Gemeinden zu ermitteln und im Kontext der Reformziele zu würdigen. Dabei werden wesentliche Themen abgegrenzt voneinander analysiert und die Ergebnisse in Form einzelner Abhandlungen festgehalten. Insgesamt sollen dadurch drei Beiträge entstehen, die bei einschlägigen Fachzeitschriften zur Veröffentlichung eingereicht werden.

    Forscher/innen
    Bilanzierung und Haushaltsführung der Kommunen nach dem 2. NKF-Weiterentwicklungsgesetz

    Im Dezember 2018 hat der Landtag NRW das 2. NKF-Weiterentwicklungsgesetz verabschiedet, welches zum 1.1.2019 in Kraft getreten ist....
    Dr. Christian Fritze

  • Erstellt am: 25.02.2019 14:0 Zuletzt bearbeitet am: 03.04.2019 07:1
    Umgang mit Fremdheit - Entwicklung im Längsschnitt der beruflichen Erstsozialisation (Umfelder 2.0)

    Projektzeitraum: 01.03.2019 - 01.09.2024
    Forschungszentrum Polizei-und Kriminalwissenschaften (IPK) aktuell laufend

    Umgang mit Fremdheit - Entwicklung im Längsschnitt der beruflichen Erstsozialisation 2.0 (Umfelder 2.0; 2019-2024) – Fortsetzung und Erweiterung der Studie Umfelder (2012-2017)

    Die Förderung interkultureller Kompetenz und interkultureller Kommunikationsfähigkeit hat im Bachelorstudiengang Polizei der FHöV NRW in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Hintergrund dieser Entwicklung sind einerseits die veränderte Bevölkerungsstruktur des Einwanderungslandes Bundesrepublik Deutschland und andererseits die daraus resultierenden spezifischen Anforderungen an Polizistinnen und Polizisten. Diese betreffen alle Kernbereiche des Polizierens wie die Verkehrssicherheitsarbeit, die Gefahrenabwehr und die Kriminalitätsbekämpfung.

    Dabei müssen sich Polizistinnen und Polizisten als Repräsentanten staatlicher Autorität auch aufgrund von Vorfällen in jüngster Vergangenheit häufig mit dem Vorwurf auseinandersetzen, sich fremdenfeindlich bzw. rassistisch zu verhalten und z.B. ihr Verhalten bei Kontrollen von Vorurteilen gegenüber Nichtdeutschen bestimmen zu lassen (Blom, 2004; Franzke, 1995).

    Die Polizei als Organisation reagiert auf diese Vorwürfe unter anderem durch Maßnahmen der Fort- und Weiterbildung, aber auch durch die Anwerbung von Bürgerinnen und Bürgern mit Migrationshintergrund für den Polizeivollzugsdienst (Franzke, 1999; Murck & Werdes, 1996).

    Die Fachhochschule als eine der zentralen Instanzen polizeilicher Sozialisation hält im Studienverlauf verschiedene Pflichtmodule vor, die auf die Förderung interkultureller Kommunikationsfähigkeit und interkultureller Kompetenz abzielen. Unter anderem sind das die Pflichtmodule „Interkulturelle Kompetenz“, „Training sozialer Kompetenz“ und „Berufsrollenreflexion“. Aber auch in den sozialwissenschaftlichen Fächern sowie im Fach Ethik werden diese Themen fokussiert. Darüber hinaus findet eine Sensibilisierung für die Thematik in den polizeiwissenschaftlichen Fächern wie z.B. Einsatzlehre und den Rechtsfächern statt.

    Das Forschungsvorhaben Umfelder (2012-2017) ging den Fragen nach, ob und in welchem Ausmaß xenophile/xenophobe Einstellungen und Haltungen zu Beginn des Studiums vorliegen, sich diese im Laufe der Studienabschnitte verändern und wie sie letztlich durch Praxiserfahrungen beeinflusst werden. Die Ergebnisse dieser Studie wurden 2018 veröffentlicht (E. Krott, N. Krott, & Zeitner 2018) und stießen auf erhebliches Interesse innerhalb der FHöV NRW, der Polizei und auch der Politik.

    Es kam der Wunsch auf, diese Studie fortzusetzen, um die Stabilität der festgestellten positiven Effekte über einen längeren Zeitraum zu prüfen. Des Weiteren sollten auch mögliche Auswirkungen der im Rahmen der Reform 2016 im Studiengang Polizei NRW noch weiter gestärkten persönlichen und sozialen Kompetenzen in den Blick genommen werden. So wurden unter anderem aufgrund von Evaluationsergebnissen das Modul Berufsrollenreflexion verändert (Schophaus, 2015) und der Tag der Menschenrechte eingeführt (Zeitner, 2017). Die Auswirkungen dieser Maßnahmen konnten mit der ersten Umfelder-Studie (2012-2017) nicht erfasst werden.

    Am 01.03.2019 startete nun die Studie Umfelder 2.0. Hier soll nun insbesondere. eine der Befragungen ca. 18 Monate nach dem Ende des Studiums und damit nach deutlich längerer Praxiszeit als bei der ersten Umfelder-Studie durchgeführt werden. Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich eine längere Berufspraxis auf die Einstellungen und Haltungen der jungen Polizistinnen und Polizisten gegenüber Fremdheit auswirkt. Die Studie wird vorrausichtlich 2024 abgeschlossen.

    Kooperationspartner sind:

    Dr. Nora Rebekka Krott, Institut für interdisziplinäre Konflikt-und Gewaltforschung (IKG), Universität Bielefeld, nora.krott@uni-bielefeld.de

    Prof. Dr. Eberhard Krott, eberhard.krott@fhoev.nrw.de

    KDin Ines Zeitner, ines.zeitner@fhoev.nrw.de

     

     

     

    Forscher/innen
    Umgang mit Fremdheit - Entwicklung im Längsschnitt der beruflichen Erstsozialisation (Umfelder 2.0)

    Umgang mit Fremdheit - Entwicklung im Längsschnitt der beruflichen Erstsozialisation 2.0 (Umfelder 2.0; 2019-2024) – Fortsetzung und...
    Ines Zeitner , Eberhard Krott